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AUF SENDUNG IM SÜDSUDAN UND DER DRK

An einem Ort der Welt zu arbeiten, an dem es mit am schwierigsten ist, eine Frau zu sein, bedeutet manchmal auch an einem Ort der Welt zu arbeiten, an dem es mit am schwierigsten ist, Zugang zu Gesundheitsversorgung, sauberem Wasser oder Handyempfang zu haben.

Seit wir unser Programm im Südsudan letztes Jahr wieder aufgenommen haben, hat unser Team Wege gefunden, einen Teil dessen, was Frauen in ihrem Unterricht lernen, mit einer größeren Gruppe in der Stadt Yei zu teilen.

Mitglieder unseres Teams haben sich dafür mit Teilnehmerinnen des Programmes zusammengeschlossen, um Radioprogramme zu gestalten. In diesen wurden Informationen besprochen, die ihren Programmlehrplan ergänzten.

Außerdem konnten sich Hörer*innen mit ihren Fragen einschalten, und so Einblicke in Themen wie Gesundheit oder Frauenrechte erlangen. In den von uns betreuten Gebieten, wie dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo (DRK), ist Radio ein zuverlässiges Kommunikationsmittel. Radiosendungen sind in vielen Gemeinden sehr beliebt und Hörer*innen vertrauen auf die Richtigkeit der Informationen.

V.l.n.r.: Leila Apai (Expertin für Reproduktive Gesundheit, Gesundheitsministerium), Dr. Wani (Staatliche Sonderkommission), Joseph Tukube (WFWI)
V.l.n.r.: Leila Apai (Expertin für Reproduktive Gesundheit, Gesundheitsministerium), Dr. Wani (Staatliche Sonderkommission), Joseph Tukube (WFWI)

Als Covid-19 sich weltweit ausbreitete, erkannten unsere Mitarbeiter*innen im Südsudan die Wichtigkeit, diesen Kommunikationsweg aufrechtzuerhalten. Besonders für Frauen, die in ländlichen und abgelegenen Gebieten ohne Mobilfunkzugang wohnen, war dies von Bedeutung.

Das Radio war nicht nur eine Möglichkeit, genaue Gesundheitsinformationen an die breitere Öffentlichkeit zu vermitteln, sondern konnte auch sicherstellen, dass Frauen mit diesen Informationen sich und ihre Familie vor Krankheit zu schützen wussten, nachdem persönliche Trainings und das Zusammenkommen in den Klassenzimmern eingestellt worden waren.

Den ganzen April über veranstaltete unser Team wöchentliche Übertragungen zusammen mit Gesundheitsexpert*innen, wie Mitgliedern der lokalen Regierungskommission und des Gesundheitsministeriums, sowie WHO-Koordinator*innen. Gemeinsam klärten sie Hörer*innen über eine Vielzahl an Themen bezüglich des Corona-Virus auf, angefangen damit, was diese Krankheit ist, wie man sie identifiziert und wie sie übertragen wird.

In den darauffolgenden Wochen beschäftigte sich das Programm außerdem mit Hygienemaßnahmen und Social Distancing, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Auch Faktoren, die das Risiko für eine Infektion erhöhen und wie man damit umgehen sollte, wurden erläutert.

Hörer*innen konnten mit ihren Fragen anrufen und erhielten Antworten von den Expert*innen. Sie stellten Fragen, die hilfreich waren, um Mythen über die Krankheit aufzuklären, ein sicheres Verhalten auf Märkten sicherzustellen, und lokale Strategien im Umgang mit der Pandemie vorzustellen.

Der Erfolg des Radioprogramms im Südsudan inspirierte unser Team in der DRK.

Dort stellten ein unzureichender Handyempfang, mangelnder Zugang zu persönlichen Telefonen und eine niedrige Alphabetisierungsrate bereits vor Covid-19 die Frauen in unserem Programm regelmäßig vor neue Herausforderungen.

Unser Team in der DRK tat sich also mit der lokalen staatlichen Gesundheitsorganisation zusammen, um Radioprogramme über Covid-19 und die Reaktion vor Ort auszustrahlen. Wie bei den Übertragungen im Südsudan können Hörer*innen auch hier mit ihren Fragen anrufen und erhalten Antworten von unseren Mitarbeiter*innen, Mitglieder*innen des Gesundheitsministeriums und Expert*innen für Ebola – eine weitere Infektionskrankheit, die uns gezeigt hat, wie Krankheitsausbreitung einzudämmen ist und die neben dem Coronavirus nun wieder zum Vorschein kommt.

Zusätzlich zu den Übertragungen arbeitet unser Team weiterhin mit den lokalen Regierungen und Expert*innen zusammen, um Radiospots zu produzieren. Diese Werbespots werden auf Französisch und Kiswahili auch auf anderen Radiosendern übertragen, um die Bevölkerung regelmäßig hinsichtlich der Eindämmung des Coronavirus anzuleiten.

Die Hingabe unserer Teams und das Durchhaltevermögen der Frauen, mit denen wir arbeiten, haben uns sehr inspiriert. Ihr Einsatz und die Fähigkeit, sich auf die Informationsübermittlung aus der Ferne einzustellen haben geholfen, Frauen und deren Gemeinschaften so auszustatten, dass sie ihre Gesundheit und Sicherheit schützen können.