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Rückblick 2020 & Hoffnung für 2021

Das neue Jahr hat begonnen und hält weiterhin viele Herausforderungen für marginalisierte Frauen in fragilen Kontexten bereit. Wie haben wir es gemeinsam durch 2020 geschafft und was haben wir für 2021 gelernt?

Mit der anhaltenden Unetrstützung unserer großartigen Sponsor:innen und Spender:innen war es möglich:

  • über 100.000 Masken bereit zu stellen und Menschen so vor einer Ansteckung mit Covid-19 zu schützen,
  • mehr als 5.900 Hygiene Sets zu verteilen,
  • und mehr als 18.000 Frauen genau dann zu erreichen, als sie unsere Hilfe am meisten benötigten.

In einer Zeit, die unseren Zusammenhalt auf den Prüfstand stellte, konnten Frauen, die inmitten von brutalen Konflikten, Krankheit, Armut und Geschlechterdiskriminierung leben, auf ein starkes Netzwerk der Sisterhood zurückgreifen.

Anhaltende Konfliktherde

Noch bevor Covid-19 ausbrauch, begann das vergangene Jahr 2020 bereits mit Problemen und Konflikten.
Die Spannungen in Afghanistan während der Friedensverhandlungen hielten weiter an. Der Irak hatte mit den Folgen der US-Iranischen-Raketenangriffe zu kämpfen. Tausende Frauen und ihre Familien sahen sich der wiederauflebenden Gewalt in Syrien ausgesetzt, was die Flüchtlingskrise im Irak noch deutlich verschärfte.
Unberührt von diesen Rückschlägen, standen die Türen unserer Teams weiterhin offen, sodass die Frauen weiterhin Unterstützung erhalten und Fähigkeiten und Kenntnisse erwerben konnten, um ihre Gemeinschaft nach der Krise wieder aufzubauen. Dies ließ sie sicher durch diese globale Krisensituation kommen.

Kontaktlos verbunden

Wie der Großteil der Welt, mussten wir uns von denen distanzieren, die uns am meisten am Herzen liegen. Mit der rasanten, weltweiten Ausbreitung von Covid-19 musste der Unterricht in allen Ländern, in denen wir tätig sind, ausgesetzt werden, um die Gesundheit der Frauen und ihrer Familien zu schützen. Die Pandemie brachte noch viele andere Bedrohungen für die Frauen mit sich, die als Verantwortliche für Haushalt und Familie an der vordersten Front gegen die Krankheit kämpften. Frauen waren einem höheren Risiko ausgesetzt, ihren Lebensunterhalt zu verlieren und wurden zu Hause in eine Isolation mit ihren Peinigern gezwungen.

Wir haben weiterhin versucht, diese Frauen zu erreichen, ganz gleich, wie weit die Entfernungen waren.

Da der Unterricht ausgesetzt werden musste, begann unser Team die Frauen mit Infos zu Gesundheit und Hygiene zu versorgen. Telefonketten wurden aufgebaut, sodass die Frauen ein Hilfsnetzwerk bilden konnten, um in Kontakt zu bleiben und sich der Sicherheit der anderen zu vergewissern.

Im Südsudan, in der Demokratischen Republik Kongo und schließlich auch in Nigeria verbreiteten unsere Mitarbeiter über das Radio, eines der dort beliebtesten Kommunikationsmittel, dem die Bevölkerung Vertrauen schenkt, auch aus der Ferne weiterhin Gesundheitsinformationen und aktuelle Nachrichten über die Pandemie.

Dort, wo die Frauen einen verlässlichen Zugang zu Handys hatten oder irgendwie auf Geld zugreifen konnten, so wie in Ruanda und Nigeria, richteten die Teams den Frauen Mobile Banking ein. So konnten sie auch während einer Krise mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen ihre monatlichen Stipendien weiter beziehen.

Härtere Lockdowns und ansteigende Fallzahlen hielten die Frauen im Irak länger voneinander getrennt. Nun, da sie die Unterstützung mehr denn je benötigten, verwandelte das Team die Chatgruppen, die sie auf Viber und Whatsapp eingerichtet hatten, in Online Trainings. Weil Lesen und Schreiben für viele der Teilnehmerinnen immer noch eine Herausforderung darstellt, ist unser Team stets darum bemüht, neue Lösungen zu suchen, wie zum Beispiel das Verwenden von Sprachaufnahmen.

Foto: Ryan Carter
Foto: Ryan Carter

In die Kraft der Frauen investieren

Aber wir ermöglichten es den Frauen nicht nur, Kontakt zueinander zu halten. Wir ermöglichten ihnen auch, sich und ihre Familien vor dem Virus zu schützen.
In den Ländern, in denen es den Frauen nicht möglich war, auf Mobile Banking zurückzugreifen, fanden die Teams andere sichere Wege, mit Maske und viel Abstand, um Hilfsmittel zu verteilen.
Das Team in Afghanistan unternahm große Anstrengungen, um Hygiene-Sets zu verteilen, die Toilettenpapier, Handschuhe, Desinfektionsmittel, Seife, Masken und Broschüren enthielten, die die Frauen über die Krankheit aufklären sollten.

Viele Frauen, die anfingen, in der Landwirtschaft zu arbeiten, konnten bereits vor dem Ausbruch der Pandemie an Nutzpflanzen gelangen, die sie dann anbauen und verkaufen konnten. In der Demokratischen Republik Kongo, wo die Ebola-Krise dafür verantwortlich ist, dass viele der Menschen mit hochinfektiösen Krankheiten vertraut sind, erhielten Frauen Unterstützung bei der Herstellung von Seife, damit Ihre Gemeinden Hände waschen können.

Jedoch haben viele Menschen in den Gemeinden, in denen wir tätig sind, immer noch Schwierigkeiten, Zugang zu fundierten Gesundheitsinformationen zu erhalten, weil niedrige Alphabetisierungsraten und geistige Behinderungen oder physische Beeinträchtigungen immer noch Barrien darstellen. Das Team im Südsudan schloss sich aus diesem Grund mit der Disabled Action Group zusammen. Gemeinsam mit der Disabled Action Group werden COVID-19 Schulungen für beeinträchtigte Menschen durchgeführt und Inhalte auch in Gebärdensprache übermittelt.

Die Erfolge

Trotz der Rückschläge schöpften die Frauen in diesem Jahr Mut, aus sich selbst und aus anderen! Sie nutzten ihre Kraft und ihr Wissen, um ihre Familien und ihre Gemeinden zu schützen.

In vielen der Women for Women International Programme erhielten die Frauen Masken und dazugehörige Stoffe, die sie dann in ihrer Gemeinschaft verteilten oder verkauften.

Mit über 80.000 hergestellten Masken war das Women’s Opportunity Center in Ruanda nur ein Beispiel für eine groß angelegte Maskenherstellung, die Frauen dabei half, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die lokale Regierung einer nigerianischen Gemeinde erkannte die Stärke und den Einfluss der Change Agents und lud sie ein, sich an der Krisenprävention in ihren Gemeinden zu beteiligen. Change Agents nutzten ihre Wortgewandtheit, um den Menschen über Lautsprecher die richtigen Hygienemaßnahmen zur Prävention näher zu bringen, während sie mit ihren Trucks zu den umliegenden Gemeinden fuhren.

In der Demokratischen Republik Kongo führten Frauen ähnliche Aktionen durch. Change Agents in Afghanistan haben sich außerdem mit lokalen Regierungsbeamten zusammengetan und dafür eingesetzt, Ressourcen und Schulungen zur Bekämpfung von COVID-19 sicherzustellen. Sie schützten sich und die Frauen um sich herum, indem sie Sensibilisierungsschulungen durchführten, um sie über ihre Rechte aufzuklären und sie zu lehren, wie sie diese verteidigen.

An vielen Orten, an denen wir tätig sind, wurde im Herbst 2020 der Präsenzunterricht wieder aufgenommen. Damit die Frauen wieder zusammenkommen können, um Kontakte zu knüpfen und die Kraft zu finden, ihr Leben zu verändern.

Wir haben eine breite Studie in der Demokratischen Republik Kongo abgeschlossen, die zeigte, dass sich die Einnahmen und Ersparnisse der Absolventinnen des Programms erhöhen, sie ihren Familien eine bessere Lebensmittelversorgung bieten können und mehr Selbstvertrauen und Handlungsfähigkeit haben, ihren Weg zu gehen.

Die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr sind Lehren und Zeugnis der Wirkungskraft unserer Arbeit. Wir werden die kommenden Programme weiter ausbauen, adaptieren und verbessern.

2020 gefährdete die Rechte von Frauen, aber sie haben sich gegenseitig beschützt und sich die Kraft bewahrt, ihren Weg fortzusetzen und die Welt besser für sich und andere zu machen. Gemeinsam können Frauen etwas verändern, für eine gerechtere, friedlichere und gleichbestimmtere Zukunft.

 

Übersetzt von unserer freiwilligen Unterstützerin Mireille.