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TRIFF AGANZE

LERNE DAS TEAM VON WOMEN FOR WOMEN INTERNATIONAL KENNEN

Die Unterstützung von Frauen, die in Krieg und Konflikten leben, erfordert ein Team von Menschen mit vielen verschiedenen Hintergründen und Kompetenzen.

Im Rahmen unserer „Lerne unser Team kennen“-Reihe sprachen wir diese Woche mit Aganze Eliud Murhabazi, dem IT-Beauftragten von Women for Women International in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Unterstützer des globalen Kommunikationsteams. Aganze spricht über seine Leidenschaft, weiblichen Kriegsüberlebenden bei der Ausschöpfung ihres vollen Potenzials zu helfen.

Wie sind Sie zu Ihrer Arbeit bei Women for Women International gekommen?

Nach meinem Universitätsabschluss in Informationstechnologie habe ich mich beworben. Als ich die Stellenausschreibung sah, begann ich mich über Women for Women International zu informieren und sprach mit Leuten, die für die Organisation arbeiteten.

Unser effektiver Ansatz hat mich inspiriert: Wir arbeiten mit Frauen in ihren eigenen Gemeinschaften - sie sind dort die Agentinnen des Wandels.

„Wenn man vor Ort ist, sieht man die Freude, die durch unsere Arbeit in die Zielgemeinschaften gebracht wird“ erzählt Aganze auf dem Weg zum Besuch eines unserer Ausbildungszentren im Osten der DRK. Foto: WfWI
„Wenn man vor Ort ist, sieht man die Freude, die durch unsere Arbeit in die Zielgemeinschaften gebracht wird“ erzählt Aganze auf dem Weg zum Besuch eines unserer Ausbildungszentren im Osten der DRK. Foto: WfWI

Was gefällt Ihnen an der Arbeit am meisten?

Mir gefällt besonders der kommunikative Teil meiner Rolle, da ich vor Ort sein und damit mehr über unsere Arbeit erfahren kann. Seit der Eröffnung des Büros im Jahr 2004, haben wir im Rahmen unseres einjährigen Programms mehr als 98.000 Frauen in den Nord- und Süd-Kivu-Provinzen des Ostkongo betreut. Bei der Arbeit in der Kommunikationsbranche ist die Realität der täglichen Kämpfe, aber auch die Auswirkungen, die Women for Women International vor Ort hat, sichtbar. Ein großartiges Beispiel dafür ist die Verteilung der monatlichen 10-Dollar Stipendien an die Teilnehmerinnen – sofort ist ersichtlich, wie sich dies auf die lokale Wirtschaft auswirkt, wenn die Frauen in den darauffolgenden Wochen einkaufen gehen.

Was ist die größte Herausforderung?

Wir haben immer alle Hände voll zu tun, daher ist das Zeitmanagement eine Herausforderung – wir suchen ständig nach Möglichkeiten, Aufgaben zu kombinieren und das Wichtigste zu priorisieren. Um dies zu erfüllen, muss man flexibel sein und nach Lösungen für Probleme suchen. Je mehr man sich weiterbildet, desto flexibler und anpassungsfähiger wird man.

Wenn es darum geht, die Teilnehmerinnen zu interviewen, muss man sich der Region bewusst machen, da die Erfahrungen der Frauen einzigartig sind. Zum Beispiel könnten unsere Teilnehmerinnen in Kasika Zeugen oder Überlebende des Massakers von 1998 gewesen sein. Auch heute ist die Angst unter den Frauen spürbar. Man muss sehr vorsichtig sein, wie sensible Themen aufgegriffen werden.

In meiner Rolle muss ich außerdem ein ausgewogenes Verhältnis zwischen IT- und Kommunikationsaufgaben herstellen. Ich muss sicherstellen, dass aus der IT-Perspektive alles reibungslos läuft, bevor ich „nach draußen“ gehe.

Auch Reisen sind eine Herausforderung, da die kürzeste Entfernung, die wir von unserem Büro aus zurücklegen, zwei Stunden beträgt oder aber auch bis zu sechs oder sieben Stunden dauern kann. Wir verlassen das Büro um acht Uhr morgens und erreichen das Schulungszentrum erst um 14 oder 15 Uhr. Obwohl die DRK eines der größten Länder Afrikas ist, sind nur etwa zwei Prozent der Straßen asphaltiert. Dies stellt dementsprechend eine große Herausforderung für unsere Teams dar, insbesondere bei Regen, wenn die Straßen unpassierbar werden.

Welchen Herausforderungen stellen sich Frauen in der DRK?

Die Frauen in der DRK sind mit vielen Herausforderungen konfrontiert – Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung oder ihren Rechten – aber das Hauptproblem ist die Armut. Die meisten unserer Teilnehmerinnen verfügen zu Beginn des Programms über keine ausreichende Einkommensquelle, was sie sowohl abhängig als auch anfällig für verschiedene Arten von Gewalt macht.

Die Verletzlichkeit der Frauen ist sichtbar, wenn sie zu unserem Programm kommen, aber bereits nach einigen Monaten ist eine deutliche Veränderung zu spüren. Eines der wichtigsten Ergebnisse des Programms besteht für die Frauen darin, dass sie jetzt zweimal täglich essen können.

Ich erinnere mich an eine Teilnehmerin, die nach ihrem Abschluss bei der Zeremonie ohne jegliche Angst sprechen konnte, obwohl sie vorher kaum vor Menschen auftreten konnte.

Warum halten Sie es für wichtig, die Geschichten unserer Programmteilnehmerinnen zu teilen?

Ich denke, einer der wichtigsten Gesichtspunkte des Austauschs von Geschichten ist es, zu zeigen, wie es ist, eine Frau oder eine verletzliche Person in der DRK zu sein. Dadurch werden unsere Herausforderungen, aber auch die alltäglichen Aktivitäten unserer Programmteilnehmerinnen und ihre Erfolge hervorgehoben.

Eines der besten Projekte, an denen ich mitgearbeitet habe, war ein Interview mit Cinama, eine unserer inspirierenden Programmabsolventinnen. Zu Beginn des Programms hatte Cinama nur ein sehr geringes Einkommen und war nicht in der Lage, ihre Familie zu ernähren. Set ihrem Abschluss hat sie ein Ziegelunternehmen gegründet und beschäftigt heute mehr als 50 Frauen, die gemeinsam Ziegel herstellen und verkaufen.

Cinama ist zu einem Vorbild in ihrer Gemeinde geworden.