Unser Blog

Published on
You are here:

Weibliche Führungskraft eröffnet Chancen für Frauen

In einer Zeit, in der Frauenrechte mehr denn je in Gefahr sind, und weltweit stetig neue Konflikte und Krisen aufkommen, sind weibliche Leitbilder unabdingbar für kommende Generationen geworden.

Überall auf der Erde hat sich weibliche Führungstätigkeit als essenziell herausgestellt, für die Bekämpfung des Coronavirus und im Streben nach Gerechtigkeit. Besonders brauchen wir jedoch Frauen, die für Frauenrechte einstehen und kämpfen.

Frauen können sich auf viele Weisen gegenseitig aufbauen, von der Wissensweitergabe über die Verteidigung ihrer Rechte bis hin zur gegenseitigen wirtschaftlichen Unterstützung. Unser globales Netzwerk besteht aus Frauen, die genau dies tun. Ein paar von ihnen möchten wir hier vorstellen.

Latifa vor der Corona-Pandemie als Anführerin in ihrer Malerei-Kooperative. Foto: Hazel Thompson
Latifa vor der Corona-Pandemie als Anführerin in ihrer Malerei-Kooperative. Foto: Hazel Thompson

Latifa

Aus der Batwa-Gemeinde in Ruanda stammend, wuchs Latifa unter der Diskriminierung durch viele umliegende Gemeinden auf. In das Women for Women International Programm brachte sie ihre traditionellen Batwa Fertigkeiten der Töpferei ein und das Training verhalf ihr zu Selbstbewusstsein, einem Bewusstsein für ihre Rechte, kaufmännischen Fähigkeiten und einer beruflichen Fortbildung im Imigongo – einer ruandischen Kunstform.

Sie nutzte all diese Kompetenzen, um ihr Unternehmen aufzubauen, ein Zuhause zu errichten und schließlich ihre Kinder zur Schule zu schicken. Mit ihren großen Visionen und ihrem Selbstbewusstsein focht sie das Tabu an, das Frauen daran weltweit hindert, Führung zu übernehmen. Sie wurde ins lokale Regierungskomitee gewählt, um Frauen aus ihrer Gemeinde zu repräsentieren. Als Beispiel für sozioökonomischen und politischen Wandel inspiriert sie Frauen ländlicher Gegenden in Ruanda, während sie andere motiviert, hart zu arbeiten und in gesellschaftlichen Entscheidungen ihre Stimmen zu erheben.

Gul Jan

Gul Jan kämpfte für ihr Recht auf Bildung in Afghanistan. Ohne ein regelmäßiges Einkommen war sie stets abhängig von ihrem Vater, während die Familie finanzielle Schwierigkeiten hatte. Ihr eigener Bruder hatte versucht, sie davon abzuhalten, ihre Ausbildung fortzusetzen. Sie konnte jedoch ihren Vater davon überzeugen, dass ihre Bildung wichtig ist und erlangte schließlich einen Abschluss als Krankenpflegerin. Einen Job mit festem Einkommen zu finden, stellte sich dennoch als schwierig heraus.

Im einjährigen Programm erfuhr sie viel über Anwaltschaft und eignete sich das Schneidereihandwerk an. Seither schafft sie eine Zukunft für sich und andere Frauen.  Mit einem Kredit aus ihrer dörflichen Spargruppe (Village Savings and Loan Association – VSLA) kaufte sie sich eine Nähmaschine und gründete ein Unternehmen. Von der Vermarktung bis hin zur geschäftlichen Entwicklung, kümmerte sie sich um alles selbst, und baute schließlich sogar die Zusammenarbeit mit einem Händler auf.

Sie verfolgte den großen Traum, ihr Geschäft zu einem Schneiderbetrieb zu expandieren und beschäftigt dort nun weitere 15 Frauen mit einem festen Einkommen.

"Das Programm hat einen positiven Wandel für die Familien und unsere Gemeinde gebracht. Jetzt erlauben Familien ihren Töchtern, zur Schule zu gehen, zu studieren und Jobs auszuüben."

Die Frauen meiner Gemeinde und ich sind begeistert über unsere Chancen und all das, was wir erreicht haben. Wir haben an Selbstachtung und Unabhängigkeit gewonnen und sind Women for Women International sehr dankbar.

Latifa, Women for Women International Ruanda

Yitpinwa

Als COVID-19 Nigeria traf, mangelte es an verlässlicher medizinischer Versorgung und dem Wissen darüber, wie sich die Menschen schützen können. Weibliche Leitbilder leisteten auch in Nigeria einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Virus.
In Pankshin rekrutierte die örtliche Regierung sogenannte „Change Agents“, wie zum Beispiel Yitpinwa. Die Regierung erkannte die Führungsqualitäten und das Wissen der Frauen über Gesundheit und Hygiene.

Pankshin, Nigeria; Change Agents lehren Dorfbewohner*innen Schutzmaßnahmen vor COVID-19
Pankshin, Nigeria; Change Agents lehren Dorfbewohner*innen Schutzmaßnahmen vor COVID-19

Ich repräsentiere die Change Agents im örtlichen Komitee für Bildung und Sensibilisierung rund um COVID-19, welches die Regierung ins Leben gerufen hat. Insgesamt sind wir 15 Change Agents. Wir gehen von Gemeinde zu Gemeinde und lehren den Menschen den richtigen Umgang mit COVID-19.

Yitpinwa, Change Agents Programm WfWI-Nigeria

Als Teil des Komitees arbeitet Yitpinwa zusammen mit Repräsentant*innen des Gesundheitsministeriums, traditionellen und religiösen Anführern und Hausa-Fulani Hirten. Schließlich zieht sie mit den anderen Anführerinnen, Handkarren und Megafon umher und führt vor, wie man den Mund-Nasen-Schutz richtig trägt, sich die Hände wäscht und Abstandsregeln einhält. In einer Zeit, in der Sicherheit und das Einkommen vieler Frauen auf dem Spiel stehen, während sie unbezahlte Care-Arbeit und Kindeserziehung in ihren Familien jonglieren, ist Yitpinwa ein wichtiges Beispiel dafür, dass weibliche Führungstätigkeit wichtiger denn je ist.

 

Ich bin glücklich, dass ich das Wissen, welches ich mir durch Women for Women International angeeignet habe, nutzen kann, um Teil der Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus sein zu können.

Yitpinwa, Change Agents Programm WfWI-Nigeria

Du kannst weibliche Leitbilder wie Latifa, Gul Jan und Yitpinwa auf der ganzen Welt unterstützen und damit Frauenrechte schützen.

Du kannst der Beginn einer Welle sein.

Genauso wie ein kleiner Stein, der ins Wasser geworfen wird und Wellen in alle Richtungen aussendet, können auch die Handlungen eines Einzelnen weitreichende Folgen haben.

Dalai Lama