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Wer schützt unseren Planeten? Frauen.

Der Klimawandel ist allgegenwärtig. Die zunehmende Luftverschmutzung, verheerende Naturkatastrophen, Wald- und Flächenbrände, die die Biodiversität der Erde zerstören, sind aus den Schlagzeilen nicht mehr wegzudenken. Aber neue Erkenntnisse machen deutlich, dass rund um den Globus die unabsehbaren Folgen des Klimawandels unverhältnismäßig zu Lasten der Frauen gehen, was sich immer stärker auf das Leben von Familien, Gemeinschaften und ganzen Nationen auswirkt. 

Die verzerrte Wahrnehmung des Klimawandels im Hinblick auf das Leben von Frauen wird durch chronische Ungleichheiten verstärkt. Frauen bilden den Großteil der in Armut lebenden Menschen weltweit. Gerade in konfliktreichen Ländern fehlt ihnen die Möglichkeit, an Entscheidungsprozessen und wirtschaftlichen Chancen aktiv teilzuhaben. Wenn Ressourcen aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels auf Saisonabhängigkeit und Vegetationsphasen eingeschränkt verfügbar sind, ist die Gewalt gegen Frauen ein probates Mittel, um den Zugang zu Ressourcen zu beschränken. Militante Gruppierungen können so die Kontrolle über kostbare Ressourcen behalten und (sexualisierte) Gewalt als effiziente und grausame Abschreckungsmethode einsetzen.   

In klimatisch bedingten Notsituationen, wie Überschwemmungen, Wirbelstürmen und Wald- und Flächenbränden, verschärft sich dieser gefährliche Kreislauf. In Zeiten solcher Naturkatastrophen fallen die Mortalitätsraten von Frauen auffallend höher aus als die von Männern. Auf der Flucht vor Umweltkatastrophen sehen sich Frauen gefährlichen Lebensbedingungen, insbesondere dem alarmierend hohen Risiko sexueller Übergriffe und der Gefahr des Menschenhandels, ausgesetzt.   

Auch längerfristig ändert sich das Leben der Frauen, die aufgrund von klimabedingten Naturkatastrophen ihre Heimat verlassen müssen. Eingeschulte junge Mädchen sind doppelt so häufig wie Jungen gezwungen, die Schule nach einer klimatisch bedingten Notsituation zu verlassen, um ihren Familien dabei zu helfen, die finanzielle Notlage oder die Knappheit ihrer Ressourcen zu kompensieren. Die durch Klimakatastrophen verursachten finanziellen Notlagen erhöhen den Druck auf Familien, ihre viel zu jungen Töchter zu verheiraten, was wiederum höhere Muttersterblichkeitsraten, generationsübergreifende Armut und häusliche Gewalt zur Folge hat. 

Foto: Ryan Carter
Foto: Ryan Carter

Was tun dagegen?

Wie können wir dieser Ungerechtigkeit ein Ende setzen, während wir gleichzeitig sinnvolle und nachhaltige Veränderungen für zukünftige Generationen schaffen?   
Die Antwort darauf ist einfacher als viele vermuten würden: Die Förderung der Ausbildung von Frauen wird vom Projekt Drawdown, - einem Team von Forschern, Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und Führungskräften aus der Wirtschaft, die sich mit der Reduzierung des Treibhausgaseffekts in der Erdatmosphäre befassen, - als eine der sechs wirksamsten Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels eingestuft.    

Die Verbesserung und Ausweitung der Ausbildung von Frauen nimmt einen höheren Stellenwert ein als die Installation von Sonnenkollektoren auf Hausdächern, die Herstellung von elektrischen Fahrzeugen und sogar Recyclingprogrammen.

Die Aus- und Weiterbildung von Frauen führt in jeder Hinsicht zu tiefgreifenden Veränderungen. Im Rahmen der Bekämpfung der Umweltzerstörung ist sie eines der stärksten Instrumente der Menschheit. Wenn Frauen Zugang zu Bildung bekommen, sind sie in der Lage, sich selbstbestimmt für die eigene Familienplanung einzusetzen und somit den zunehmenden Bevölkerungsdruck auf ein Ökosystem zu reduzieren. Sie bekommen die Möglichkeit, ein Einkommen außerhalb ihres Zuhauses zu erwirtschaften, das gerade während Klimakatastrophen wesentlich zur Unterstützung ihrer Familien beitragen kann. Ausgebildete Frauen lernen nachhaltigere Formen landwirtschaftlicher Nutzung, einen schonenden Umgang mit Ressourcen und entwickeln größere Widerstandsfähigkeit nach lebensbedrohlichen Klimakatastrophen.  

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Heute kannst du in die Kraft der Frauen investieren, um unsere Welt zu schützen. Erfahre mehr über unser einjähriges Patenschaftsprogramm.  

Was wir tun

Wenn wir in die Zukunft und die Bildung von Frauen investieren, werden sie ihre Kraft nutzen können, um Lösungen zu schaffen, die dem Wohl der Allgemeinheit zugutekommen. Sie erlangen Kenntnisse und das Vertrauen, das sie brauchen, um Haushaltsentscheidungen mitzugestalten. Und können dadurch ganze Gemeinschaften beeinflussen, wie wir es in unserem Change Agents Program beobachten können. Entscheidungen und Vereinbarungen werden erfahrungsgemäß friedlicher und erfolgsversprechender getroffen, wenn gerade auch Frauen die Chance bekommen, Gespräche zu führen und sich zu äußern.    

Untersuchungen zufolge sind sich Frauen, die an Maßnahmen gegen den Klimawandel beteiligt sind, der zu bewältigenden Risiken viel eher bewusst und bereitwilliger, ihre Gewohnheiten zugunsten des Gemeinwohls anzupassen. Dies zeigt einmal mehr, dass geschlechtsspezifische Wahrnehmungen hochrelevant und aussagekräftig sind, um die Suche nach global umsetzbaren Lösungen gegen den uns alle betreffenden Klimawandel zu unterstützen.