Statement zur Verletzung der Waffenruhe in Gaza durch Israel

24. März 2025

Am 18. März hat Israel seine Militäroperationen im Gazastreifen wieder aufgenommen und umfangreiche Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung des Gazastreifens ausgeübt, womit der fast zweimonatiger Waffenstillstand offiziell gebrochen wurde.

Die Angriffe hatten fast 700 Tote und Hunderte von Verletzten zur Folge, wobei das Gesundheitsministerium von Gaza berichtet, dass viele der Opfer Kinder sind. Die Gesamtzahl der von Israel getöteten Menschen übersteigt nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Zahl von 50.000. Diese neue Welle von Luftangriffen fordert weiterhin schwere Opfer und führt zu neuen Vertreibungswellen inmitten einer schlimmen humanitären Krise, die sich durch die von Israel am 2. März verhängte erneute Hilfsblockade noch verschärft hat. 

Im Rahmen der von Women for Women International durchgeführten globalen Konsultation „From Asking to Action“, an der über 6.500 vom Konflikt betroffene Frauen teilnahmen, bezeichneten 73 % der Frauen, mit denen wir in Palästina gesprochen haben, Vertreibung als eine ihrer häufigsten Erfahrungen im Gazastreifen und im Westjordanland. Nach Israels jüngstem Verstoß gegen den Waffenstillstand suchen diese vertriebenen Familien Zuflucht in Unterkünften inmitten einer katastrophalen humanitären Krise. Palästinenser:innen im Gazastreifen sind mit einem gravierenden Mangel an Grundversorgungsgütern, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung konfrontiert – einschließlich der für Frauen, Mädchen und Mütter wichtigen reproduktiven Gesundheitsversorgung.

Mehr denn je muss sich unsere Weltgemeinschaft mit den Leidtragenden dieses Konflikts solidarisieren und dafür sorgen, dass ihre Stimmen den Weg zu Frieden und dem Wiederaufbau bestimmen. Die Menschen in Gaza brauchen mehr als nur vorübergehende Hilfe – sie brauchen Freiheit, Würde und die Gewissheit einer sicheren Zukunft.

Wir bitten nicht um Almosen, wir fordern unser Recht auf Leben. Wir sind erschöpft vom Wiederaufbau des Gazastreifens nach jedem Krieg, nur um zu sehen, wie er wieder zerstört wird. Wir wollen keine Stadt über Massengräbern bauen – wir wollen eine sichere Zukunft für unsere Kinder. Die Beendigung der Besatzung ist der einzige Weg zum Frieden.“

– Unsere Partnerin Buthaina, die Geschäftsführerin von Wefaq

Women for Women International fordert:

Einen sofortigen Waffenstillstand und den Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza.

  • Der UN-Sicherheitsrat und alle internationalen Akteure müssen alle Parteien für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand zur Rechenschaft ziehen, was auch die Verhinderung jeglicher Waffenlieferungen einschließt, die das Ziel eines dauerhaften Waffenstillstands untergraben würden. Dies ist ein wichtiger erster Schritt zur Deeskalation der militärischen Operationen und zum Wiederaufbau des Gazastreifens. Der Waffenstillstand muss eingehalten werden, und alle Versuche, ihn zu untergraben, zu verletzen oder aufzugeben, sind scharf zu verurteilen.
  • Zudem muss gewährleistet werden, dass Gefangene und Geiseln auf beiden Seiten freigelassen werden.

Wiederherstellung der humanitären Hilfe, insbesondere der geschlechtergerechten humanitären Hilfe, auch durch direkte Unterstützung der Frauenrechtsorganisationen, die eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung trauernder Mütter und Mädchen spielen, für ihre Rechte eintreten, ihre Trauer verarbeiten und ihren Schutz vor andauernder und potenzieller Gewalt gewährleisten.

  • Die palästinensischen Frauen, die im Rahmen der von Women for Women International durchgeführten globalen Konsultation „From Asking to Action“ befragt wurden, gaben an, dass Gesundheitsfürsorge und sanitäre Einrichtungen (70 %) sowie getrennte und sichere Wohnräume für Frauen und Kinder (75 %) zu den beiden wichtigsten Punkten gehören, wenn es darum geht, die Bedürfnisse von Frauen in Notunterkünften und Geflüchtetenlagern besser zu erfüllen.
  • Obwohl die von uns befragten palästinensischen Frauen viele spezifische Prioritäten für den Wiederaufbau und die Wiederansiedlung nach dem Konflikt nannten, wie z. B. den Zugang zu umfassender medizinischer Versorgung (69 %), Programme zur wirtschaftlichen Stärkung (62 %), sichere Unterkünfte und Infrastruktur (64 %) sowie rechtlichen Beistand und Schutz (58 %), war der am häufigsten genannte Bedarf die Trauma-Beratung und psychologische Unterstützung (71 %).

Die volle, gleichberechtigte und sinnvolle Beteiligung von Frauen an allen politischen und friedenspolitischen Prozessen und Verhandlungen zur Gestaltung der Zukunft des Gazastreifens, zur Beendigung der Besatzung im Westjordanland und zur Gestaltung der Wiederaufbaubemühungen im Rahmen eines dauerhaften Waffenstillstands.

Wir fordern internationale Organisationen und Entscheidungsträger:innen auf, sich nicht nur für ein Ende der humanitären Blockaden einzusetzen, sondern auch für ein Ende der Gewalt und der Besetzung als Weg zu einem langfristigen Frieden in Palästina.

Stehe an der Seite palästinensischer Frauen

MEHR DAZU

Mehr Nachrichten

Unsere Programmteilnehmerinnen teilen hoffnungsvolle Botschaften zum Weltfrauentag

06.03.2025

Allgemeines

Unsere Programmteilnehmerinnen teilen hoffnungsvolle Botschaften zum Weltfrauentag

Die Frauen in unseren Programmländern geben die Hoffnung nicht auf - sie teilen zum Weltfrauentag ihre Botschaften des Mutes und des Widerstands mit uns und inspirieren uns dazu, auch weiterhin gemeinsam für die Rechte von Frauen und Mädchen weltweit einzustehen.

Mein Name ist Linda: Ich gebe die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf

26.02.2025

Geschichten

Mein Name ist Linda: Ich gebe die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf

Linda hat nach einem Angriff ihres Heimatdorfes in Nigeria schreckliche Verluste erlebt. Und dennoch gibt sie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf. Unser Programm hat sie dabei begleitet, einen Neuanfang zu wagen und sich sowie ihre Familie zu stärken. Erfahre mehr zu Lindas Geschichte.

Frauen halten die Ukraine zusammen

24.02.2025

Allgemeines, Nachricht

Frauen halten die Ukraine zusammen

Anna Orel, die mit unserer Partnerorganisation Frauen unterstützt, die vom Krieg in der Ukraine betroffen sind, erzählt, welche Erfahrungen sie in den letzten drei Jahres des Konflikts gemacht hat und wie viel Stärke die ukrainischen Frauen beweisen, Ihr Appell ist deutlich: Der Krieg ist nicht zu Ende - die ukrainischen Frauen brauchen nach wie vor unsere Unterstützung.

Campaign image

Wie viele Sister möchten Sie unterstützen?

Ihr Unterstützungsbetrag pro Sister

Der Betrag darf nicht weniger als 29 € sein.