Unser Beitrag zu den SDGs 2018

Unser Beitrag zu den SDGs 2018

Veröffentlichungsdatum

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Unsere Daten zu 2018

  1. Afghanistan
  2. Nigeria
  3. Irak
  4. Ruanda

Ziel 1: Keine Armut

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

17% der Frauen berichten, mindestens $1,90 pro Tag zu verdienen.

Unterziel 1.1.: Extreme Armut ($1.25 pro Tag) für alle Menschen beenden.

Abgesehen davon, dass die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ein fundamentales Recht ist, ist deren Fähigkeit, Geld zu verdienen eine essenzielle Voraussetzung für die Verbesserung der Gesundheit, Sicherheit, und Versorgung ihrer Familie. In unserem Schulungsprogramm erhalten Frauen wichtiges Wissen über Kleinunternehmertum, Handel und Buchhaltung. Sie erlernen eine berufliche Fähigkeit (wie bspw. das Schneidern oder Backen), um Geld zu verdienen.

Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Unser Programm richtet sich explizit an die ärmsten Frauen des Landes – fast alle Frauen, die an unserem Programm teilnahmen, lebten in Armut. Nach Abschluss des Programms verdienten 17% der Frauen mindestens $1,90 pro Tag – ein wichtiger Schritt in Richtung ökonomische Selbstbestimmung. Zum Zeitpunkt der Einschreibung waren es lediglich 5%.

*Der Verdienst von $1,90 pro Tag wird von der Weltbank als Armutsgrenze gesehen, $1,25 als extreme Armut.

Ziel 1: Keine Armut

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

37% der Frauen berichten, einen Teil ihres Einkommens zu sparen.

Unterziel 1.5.: Die Widerstandsfähigkeit der Menschen gegenüber klimabedingten Extremereignissen und anderen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Schocks erhöhen.

Unsere Programmteilnehmerinnen bekommen mit den Trainings, den monatlichen Zuschüssen und der Berufsausbildung, meist das erste Mal in ihrem Leben die Chance, ihr eigenes Geld zu sparen und zu verwalten. Sie erlernen im Programm verschiedene Sparinstrumente kennen (bspw. Dorfspargruppen) und können so langfristig vermehrt ihre eigenen Lebensentscheidungen treffen. Dies ist besonders in Afghanistan essenziell, da dort die Mehrzahl der Frauen für die Verwaltung der Haushaltsfinanzen zuständig ist, und selbst kleinere Ersparnisse viel bewirken können.

37% der Programmteilnehmerinnen in Afghanistan gaben bei ihrem Abschluss an, einen Teil ihres Einkommens zu sparen, verglichen mit 6% zum Zeitpunkt der Einschreibung.

Ziel 2: Kein Hunger

Den Hunger beenden und Ernährungssicherheit schaffen

99% der Frauen hatte keine Nahrungsmittelknappheit in den letzten 4 Wochen.

Unterziel 2.1.: Flächendeckender Zugang zu sicheren, nährstoffreichen und ausreichenden Nahrungsmitteln.

Nahrungssicherheit ist ein Hauptindikator für das Wohlbefinden von Menschen und den Weg aus der Armut. Es geht dabei nicht nur darum, Zugang zu Nahrungsmitteln sicherzustellen, sondern die Versorgung mit gesunder und ausgewogener Nahrung für alle Menschen zu erlangen. Ernährungssicherheit ist ein integraler Bestandteil unseres Programms, und soll den Frauen dabei helfen, ihre eigene Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Familie zu verbessern.

Beim Abschluss unseres Programms gaben 99% der Frauen an, in den letzten vier Wochen genug Nahrung zur Verfügung zu haben, verglichen mit 98% zum Zeitpunkt der Einschreibung.

Ziel 3: GESUNDHEIT UND WOHLERGEHEN

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern.

24% der Frauen gaben an, Familienplanung zu betreiben

Unterziel 3.7.: Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Familienplanung und Bildung

In vielen Gemeinden, in denen wir arbeiten, sind traditionelle patriarchale Normen, die Frauen den Zugang zu Entscheidungen über ihren Körper gewähren, fest verankert. Familienplanung ist ein wichtiger Indikator für die weibliche Selbstbestimmung über den eigenen Körper und Bewusstsein über Krankheiten und Verhütung.

Die Zahl der Frauen in unserem Programm in Afghanistan, die angab, Familienplanung zu betreiben, stieg von 17% (Einschreibung) auf 24% (Abschluss).  

Ziel 4: HOCHWERTIGE BILDUNG

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

43% der Mädchen von 5-17 Jahren in der Schule

Unterziel 4.1.: Kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung

Viele der Frauen in unseren Programmen haben die Grundschule aufgrund diskriminierender Geschlechternormen in ihren Gemeinden nie abgeschlossen. Der gestärkte Zugang von Mädchen zu Bildung hat positive Auswirkungen auf ganze Generationen.

Programmteilnehmerinnen in Afghanistan gaben zum Zeitpunkt des Abschlusses an, dass 43% der Mädchen zur Schule gingen, verglichen mit 39% zum Zeitpunkt der Einschreibung.

Ziel 5: GLEICHBERECHTIGUNG

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Empfundene Selbstwirksamkeit der Absolventinnen gestiegen

Unterziel 5.1.: Diskriminierung von Frauen und Mädchen überall auf der Welt beenden

Das Selbstbewusstsein von Frauen ist ein wichtiger Teil ihres Empowerments – an sich selbst und die eigene Fähigkeit zu glauben, daran, Veränderungen schaffen und die eigenen Ziele erreichen zu können. Zudem ist es ein essenzieller Bestandteil der Traumabewältigung und -verarbeitung. Mit mehreren Fragen, die in der Forschung zu „Women’s Empowerment“ oft genutzt werden, messen wir die weibliche Selbstwirksamkeit auf einer Skala von 0-1 – wobei 1 den höchsten Grad der selbst empfundenen Selbstwirksamkeit beschreibt.

Die durchschnittliche empfundene Selbstwirksamkeit afghanischer Programmteilnehmerinnen hat sich von 0.44 (Einschreibung) auf 0.66 (Abschluss) erhöht.

Ziel 5: GLEICHBERECHTIGUNG

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

84% der Frauen gaben an, an Entscheidungen über ein weiteres Kind beteiligt zu sein

Unterziel 5.6.: Sexuelle und reproduktive Gesundheit und Rechte

: In den konservativen Gemeinden, in denen wir arbeiten, sind Frauen häufig von Entscheidungen ausgeschlossen – auch solchen, die ihren eigenen Körper betreffen. Unsere Daten unterstreichen einen wichtigen Wandel zu mehr weiblicher Mitbestimmung in Entscheidungsprozessen.

Zum Zeitpunkt der Einschreibung gaben 47% der afghanischen Programmteilnehmerinnen an, einen Einfluss auf Entscheidungen über ein weiteres Kind zu nehmen, verglichen mit 84% beim Abschluss.

Ziel 8: MENSCHENWÜRDIGE ARBEIT UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM

Dauerhaftes, flächendeckendes und nachhaltiges Wachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle

17% der Frauen gehen einer Beschäftigung nach

Unterziel 8.5.: Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit mit gleicher Bezahlung

Frauen sind mit verschiedenen Barrieren auf dem Arbeitsmarkt konfrontiert – dies gilt umso mehr für marginalisierte Frauen in konfliktbetroffenen Gebieten. Beispielsweise wird in einigen Gemeinden in Afghanistan die Arbeit von Männern über weibliche Arbeit gestellt. Frauen sollen daheimbleiben, um sich um die Kinder zu kümmern, zu kochen und zu putzen. Dabei ist weibliche Arbeit ein wichtiger Bestandteil für wirtschaftliches Wachstum und wirtschaftliche Chancen.

Zum Zeitpunkt des Abschlusses gaben 17% der Frauen an, einer Arbeit nachzugehen, vergleichen mit 6% zum Zeitpunkt der Einschreibung.

Ziel 16: FRIEDEN, GERECHTIGKEIT UND STARKE INSTITUTIONEN

Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

32% der Frauen haben sich öffentlich gegen Gewalt an Frauen ausgesprochen

Unterziel 16.1.: Alle Formen der Gewalt überall verringern

Konflikt und Armut machen Frauen anfälliger für Gewalt, wobei Gewalt sowohl eine Folge als auch ein verstärkender Faktor weiblicher Diskriminierung darstellt. Frauen, die bereits Gewalt erfahren haben, sind statistisch gesehen gefährdeter, noch einmal Opfer von Gewalt zu werden.

32% der Programmabsolventinnen in Afghanistan gaben an, sich öffentlich gegen Gewalt an Frauen ausgesprochen zu haben, verglichen mit 19% bei der Einschreibung.

Ziel 16: FRIEDEN, GERECHTIGKEIT UND STARKE INSTITUTIONEN

Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

26% der Frauen an Gemeindegesprächen mit anderen Frauen beteiligt

Unterziel 16.7.: Entscheidungsfindung auf allen Ebenen ist bedarfsorientiert, inklusiv, partizipatorisch und repräsentativ

Die Einbindung von Frauen in ihre Gemeinden ist ein wichtiger Bestandteil weiblicher Teilhabe an Entscheidungen, die ihr Leben betreffen. Informelle Netzwerke sind essenziell, um soziale und wirtschaftliche Unterstützung zu mobilisieren, Entscheidungen zu beeinflussen, und Wandel voranzutreiben.

Der Anteil der Frauen, die ein Teil die mit anderen Gemeindemitgliederinnen über Gemeindethemen gesprochen haben, stieg von 15% (Einschreibung) auf 26% (Abschluss).

Erst nach der Datenerhebung zum Programmabschluss traten die Frauen informellen Selbsthilfegruppen in ihren Gemeinden bei, durch die sie anschließend anfangen konnten, gemeinsam Geld zu sparen.