Mein Name ist Faida Bahati: Ebola hat alles verändert, aber nicht meinen Willen

Geschichten aus der DRK

Ich stehe weiterhin vor großen Herausforderungen, aber ich sehe mich als eine Frau, die sich nicht von Angst, einer Behinderung oder Ebola die Zukunft nehmen lässt.

Mein Name ist Faida Bahati. Ich bin 30 Jahre alt und Mutter von drei Kindern – einem Jungen und zwei Mädchen. Ich lebe in Panzi, einem Stadtteil von Bukavu im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Als ich acht Jahre alt war, veränderte sich mein Leben von Grund auf. Meine Eltern trennten sich, und mein Vater heiratete erneut und zog nach Uvira. Eines Tages holte er uns von meiner Mutter ab. Auf dem Weg nach Uvira hatten wir einen Verkehrsunfall und wurden ins Krankenhaus gebracht. Mein jüngerer Bruder und ich wurden schwer verletzt und blieben dauerhaft behindert.

Als mein Vater von dem Unfall erfuhr, brach er zusammen und starb noch an Ort und Stelle. Viele Menschen sahen zuerst meine Behinderung und nicht mich als Person. Ich wurde ausgegrenzt und diskriminiert. Die Menschen wollten mir nicht nahekommen und halfen mir nicht einmal auf, wenn ich hinfiel.

Im Jahr 2025 hörte ich, dass Frauen für das Programm von Women for Women International aufgenommen wurden. Ich hatte Angst, dass Frauen mit Behinderungen nicht akzeptiert würden. Ich fürchtete mich vor anderen Menschen und vermied den Kontakt zu ihnen. Ich fühlte mich wertlos.

Doch nachdem ich am Schulungsprogramm von Women for Women International teilgenommen hatte, begann ich, mich selbst anzunehmen. Auch andere Menschen akzeptierten mich. Sie grüßten mich, und das gab mir das Gefühl, dazuzugehören.

Zum ersten Mal fühlte ich mich nicht wegen dessen wahrgenommen, was ich nicht konnte, sondern wegen dessen, was ich konnte. Ich lernte, Seife herzustellen und zu verkaufen, ein kleines Geschäft zu führen, Geld zu sparen und für meine Kinder zu sorgen.

Faida Bahati zeigt ihrer Tochter, wie man ein selbst
hergestelltes Stück Seife zuschneidet.
Foto: Patrick Luhiriri

Leider ist mit dem Ausbruch von Ebola alles noch schwieriger geworden. Die Straßen zum Markt sind gesperrt, die Menschen meiden belebte Orte und viele bleiben zu Hause. Für mich war es aufgrund meiner Behinderung schon vorher schwer, den Markt zu erreichen – während des Ebola-Ausbruchs ist es nahezu unmöglich geworden.

Ich kann die Materialien und Rohstoffe für die Seifenherstellung nicht mehr einkaufen. Ohne diese Materialien ist mein kleines Geschäft zum Stillstand gekommen. Vor Ebola konnte ich Mangos und Guaven auf dem Markt kaufen und sie anschließend in meinem Dorf verkaufen. Das ist heute nicht mehr möglich.

Die Frauen aus meiner Ausbildungsgruppe und unsere Trainerinnen waren mein wichtigstes Unterstützungssystem. Wir teilten unsere Ideen und Sorgen, machten uns gegenseitig Mut und lernten gemeinsam. Wegen der Krankheit können wir uns jedoch nicht mehr wie früher treffen. Ich vermisse den Austausch und die Kraft, die wir einander gegeben haben.

Ich lebe ständig in Angst. Wir haben nicht genug Lebensmittel, weil wir das Haus kaum verlassen können. Wenn ich krank werde, kann ich nicht einmal ins Krankenhaus gehen.

Faida Bahati wäscht Kleidung vor ihrem Haus. Foto: Patrick Luhiriri.

Meine Behinderung verstärkt die Diskriminierung, der ich während dieses Ebola-Ausbruchs ausgesetzt bin. Wenn in unserem Dorf Informationsveranstaltungen über Ebola stattfinden, ist es für mich als Mensch mit Behinderung schwierig, daran teilzunehmen. Der Weg dorthin ist nicht leicht, und manchmal bleibe ich aus Angst zu Hause.

Manche Menschen betrachten mich als Belastung oder glauben, ich würde nicht verstehen, wie ich mich vor Ebola schützen kann. Der Ausbruch bedrohte nicht nur meine Gesundheit – er erinnerte mich auch an all die Barrieren, mit denen ich mein ganzes Leben lang konfrontiert war.

Obwohl viele Menschen mit Behinderungen in unserer Gemeinde leben, gibt es keine Aufklärungsarbeit von Haus zu Haus, die auf ihre Bedürfnisse eingeht. Die einzigen Informationen darüber, wie ich mich vor Ebola schützen kann, habe ich von Women for Women International erhalten.

Uns wurde geraten, regelmäßig die Hände zu waschen, Abstand zu anderen Menschen zu halten, Menschenansammlungen zu meiden und unnötige Wege zu vermeiden. Außerdem erhielten wir Seife zum Händewaschen und wurden ermutigt, bei Fieber sofort ein Krankenhaus aufzusuchen. Unser Krankenhaus und die neu eingerichteten Hygienemaßnahmen – etwa Handwaschstationen – sind jedoch nicht barrierefrei.

Wir brauchen Handwaschstationen, die auch für Menschen mit Behinderungen erreichbar sind, und Gesundheitsinformationen, die für alle zugänglich sind.

In unserer Gemeinde leben Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen. Manche können sich ohne Unterstützung nicht fortbewegen. Wenn sie ein Krankenhaus aufsuchen, benötigen sie Hilfe beim Tragen oder sogar beim Händewaschen. Da die Krankenhäuser nicht barrierefrei sind, erhalten Menschen mit Behinderungen oft keine medizinische Versorgung, wenn niemand da ist, der sie unterstützt.

Nun schließe ich das Programm von Women for Women International ab und denke an all die Fähigkeiten, die ich erlernt habe – insbesondere an die Seifenherstellung. Gerade in dieser Zeit ist Seife eines der wichtigsten Mittel, um Hygiene zu fördern und sich vor Ebola zu schützen.

Ich stehe weiterhin vor großen Herausforderungen, aber ich sehe mich als eine Frau, die sich nicht von Angst, meiner Behinderung oder Ebola die Zukunft nehmen lässt.

Faida Bahati erhält ihr Zertifikat während der Abschlussfeier von Women for Women International in Bukavu, Demokratische Republik Kongo. Foto: Patrick Luhiriri.

Ich hoffe, dass Menschen wie ich bei Notfällen oder Gemeinschaftsprogrammen künftig nicht mehr übersehen werden. Außerdem wünsche ich mir, dass sich die Situation wieder normalisiert, damit ich meine Seifenherstellung fortsetzen, ein Einkommen erzielen und für meine Kinder sorgen kann.

Unterstütze Frauen wie Faida und setze ein Zeichen für Inklusion und Gleichberechtigung.

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