Von Muzna Aljundi, Leiterin des Women-Now-Zentrums in Idlib
Es ist ein Jahr vergangen, seit das Assad-Regime gestürzt wurde. Doch für viele Frauen in Syrien bedeutete der Fall eines Diktators noch längst nicht den Aufstieg zu Freiheit und Gleichberechtigung.
Frauen wurden – genau wie Männer – ohne jeden Grund von Assads brutalem Sicherheitsapparat festgenommen und gefoltert. Als die revolutionären Kämpfer Tausende Menschen aus den Gefängnissen des Regimes befreiten, wurden die männlichen Gefangenen als nationale Helden gefeiert. Für Frauen jedoch sieht die Realität anders aus.
Wann immer eine Frau aus der Haft entlassen wurde, lautete die erste Frage nicht: „Wie geht es dir?“ – sondern: „Hat dich jemand angefasst? Wurdest du sexuell missbraucht?“ In vielen unserer Gemeinschaften sind Scham und Stigmatisierung gegenüber Überlebenden sexualisierter Gewalt so tief verwurzelt, dass sie extreme Reaktionen hervorrufen – und das Trauma der ehemaligen Gefangenen noch verstärken.
Ich kenne Familien, die Frauen nach ihrer Entlassung aus der Haft nicht wieder aufgenommen haben – und andere, die sie zwar aufgenommen haben, sie aber unter Hausarrest stellten. Einige Frauen wurden zur Ehe gezwungen, um die „Schande abzuwaschen“. In vielen Fällen wurden Frauen sogar von ihren eigenen Kindern getrennt. Frauen wurden zudem von beruflichen Möglichkeiten ausgeschlossen – allein deshalb, weil sie von Assad inhaftiert worden waren.
Warum sollte ein Mann die Freiheit dieses neuen Syriens auf eine Weise erleben dürfen, während eine Frau für immer mit dem Stigma der Haft gebrandmarkt wird – für etwas, dessen sie nie schuldig war? Die Wahrheit ist: Unsere Gesellschaft akzeptiert überlebende Frauen einfach nicht.Keine einzige Überlebende, der wir begegnet sind, sagte, dass jemand sie gefragt hätte: „Wie geht es dir jetzt?“ Aber wir tun es. Wir stellen diese Frage.
Women Now for Development arbeitet seit Jahren in Syrien, gemeinsam mit unseren Partnern von Women for Women International, die in Zeiten von Erfolg und Freude ebenso an unserer Seite standen wie in Momenten von Trauer und Krise. Gemeinsam haben wir hunderte überlebende Frauen unterstützt – und tun dies bis heute. Nach Jahren im Untergrund fühlt es sich gut an, nun offen in unseren Zentren in Idlib und Damaskus arbeiten zu können.
Durch unsere Partnerschaft mit Women for Women International helfen wir Überlebenden dabei, ihr Leben nach unvorstellbaren Traumata wieder aufzubauen – mit psychosozialer Unterstützung, wirtschaftlichen Fähigkeiten und Trainings sowie sicheren Räumen für Heilung.
In dem neuen Syrien, das wir gemeinsam aufbauen, hoffe ich von Herzen, dass unsere Gesellschaft das Konzept des Stigmas ablegt – ein Konzept, das weder moralisch noch legitim ist. Ich hoffe außerdem, dass Frauen, die die Grausamkeit des früheren Regimes überlebt haben, mit der neuen Regierung die Möglichkeiten, Arbeitsplätze und Räume erhalten, die ihnen zustehen. Sie sollten aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, sodass sie – gemeinsam mit allen syrischen Menschen in ihrer Vielfalt – ihre Menschenrechte genießen und in Würde und Sicherheit leben können.
Wir freuen uns sehr, die Ernennung von Thelma Ekiyor zur neuen internationalen CEO von Women for Women International bekanntzugeben.
Die Vorsitzende des globalen Vorstands von Women for Women International, Nunu Ntshingila, sagte: „Unter einer Auswahl brillanter Kandidat*innen leuchteten Thelma Ekiyors Erfahrung, Talent und Führungsstärke besonders hervor. Ihr tiefes Engagement, in Frauen zu investieren und sie dabei zu unterstützen, ihr Leben und ihre Gemeinschaften zu transformieren, war klar erkennbar. Wir sind unseren Vorstandsmitglieder*innen sehr dankbar, dass sie an einem umfangreichen Auswahlverfahren teilgenommen haben, und unserer Kollegin Marie Clarke, die die Organisation in den vergangenen neun Monaten mit großem Einsatz als kommissarische Geschäftsführerin geleitet hat.“
Frau Ekiyor bringt 25 Jahre Berufserfahrung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit mit und blickt auf eine preisgekrönte Karriere zurück, die sich dem wirtschaftlichen Empowerment von Frauen und dem sozialen Unternehmerinnentum widmet. Bevor sie zu WfWI kam, hatte Frau Ekiyor in ihrer Rolle als erfahrene Führungspersönlichkeit wegweisende Positionen inne oder leitete mehrere innovative Organisationen – darunter als Vorsitzende des Nigeria Office for Philanthropy and Impact Investing, angesiedelt im Büro des Vizepräsidenten von Nigeria; SME.NG, wo sie das größte Accelerator-Programm für Frauen in Nigeria mitbegründete; Afrigrants, das Mikrofinanzierungen für frauengeführte Kleinstunternehmen bereitstellt; die TY Danjuma Foundation sowie das West African Civil Society Institute (WACSI) in Ghana.
Im Laufe ihrer Karriere arbeitete Frau Ekiyor mit dem Privatsektor, Regierungen, der Zivilgesellschaft, den Medien, Philanthrop*innen und Impact-Investor*innen zusammen, förderte Innovationen und baute erfolgreiche Koalitionen auf. Als Nigerianerin mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich war sie die treibende Kraft hinter zahlreichen sektorübergreifenden Netzwerken und internationalen Partnerschaften. Sie war Mitglied des International Advisory Board des Global Centre on Responsibility to Protect (R2P) in New York und ist Mitbegründerin und Co-Vorsitzende von Women in Philanthropy & Impact (WIPIA), das weibliche Führungskräfte aus Afrika im Bereich Philanthropie und Impact weltweit unterstützt.
„Ich brenne dafür, in Frauen zu investieren und Möglichkeiten zu schaffen, die soziale Wirkung fördern. Die Mission von Women for Women International, Frauen, die Krieg überlebt haben, sowie frauengeführte Unternehmen zu unterstützen, liegt mir sehr am Herzen, und ich freue mich, Teil eines Teams zu sein, das dafür arbeitet, dass jede Frau ihre Kraft erkennt und ihr volles Potenzial entfalten kann.
—Thelma Ekiyor, Internationale CEO, Women for Women International
Frau Ekiyor übernimmt die Leitung der Organisation in einer Zeit großer Veränderungen und Unsicherheiten im globalen Entwicklungssektor. Ihr umfassender Erfahrungsschatz und ihre Fähigkeiten werden für Women for Women International von unschätzbarem Wert sein und wir freuen uns, gemeinsam ein neues Kapitel zu beginnen.
In der vergangenen Woche hat die UN-Untersuchungskommission ein eindeutiges Urteil gefällt: Israel verübt Völkermord in Gaza.
Women for Women International ist zutiefst alarmiert über die Feststellung der UN-Kommission, dass Israel in Gaza Völkermord begeht – eine Einschätzung, die bestätigt, was Frauen und unsere Partner*innen in Palästina uns seit Monaten mitteilen.
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass vier der fünf in der Völkermordkonvention von 1948 definierten Handlungen in Gaza ausgeführt wurden:
Tötung,
Verursachung schwerer körperlicher oder psychischer Schäden,
vorsätzliche Lebensbedingungen, die auf Zerstörung abzielen,
sowie Maßnahmen zur Geburtenverhinderung.
Dieser Bericht ist die stärkste und zugleich autoritativste Stellungnahme der UN bisher – und eine vernichtende Anklage gegen das Versagen der internationalen Gemeinschaft, Gräueltaten in Echtzeit zu verhindern.
Die Schlussfolgerung der Kommission spiegelt die tägliche Realität der Menschen in Gaza wider, insbesondere von Frauen und Mädchen. In den letzten zwei Jahren wurden über 65.000 Palästinenser*innen in Gaza getötet, und viele weitere gelten als vermisst. Die überlebenden Frauen, mit denen wir in Partnerschaft mit lokalen Frauenrechtsorganisationen arbeiten, berichten, wie Konflikt und Vertreibung jeden Aspekt ihres Lebens verändert haben.
Mütter laufen stundenlang mit hungrigen, barfüßigen Kindern, nur um in überfüllten Lagern ohne sauberes Wasser, Schutz oder medizinische Hilfe anzukommen. Mit zerstörten Krankenhäusern und blockierter Lebensmittelversorgung müssen schwangere Frauen in Zelten ohne medizinische Unterstützung gebären – unter Lebensgefahr für sich und ihre Neugeborenen. Jugendliche Mädchen sind in unsicheren Lagern Hunger, Ausbeutung und geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Fast eine halbe Million vertriebener Kinder – viele davon Mädchen – wurden ihrer Bildung, Sicherheit und Stabilität beraubt, was den Grundstein für lebenslanges Trauma legt.
Diese persönlichen Berichte spiegeln die Ergebnisse unserer globalen Konsultation „From Asking to Action“ (2024) wider, an der 422 palästinensische Frauen und Frauenrechtsorganisationen aus Gaza und dem Westjordanland beteiligt waren. Die Resultate offenbaren deutliche geschlechtsspezifische Auswirkungen:
62 % der Frauen nannten Konflikt und Gewalt als Hauptursache für Vertreibung in ihren Gemeinden
62 % berichteten von Zwangsräumungen und Landenteignungen
85 % der Gemeinden gaben an, dass Kinderehen als Bewältigungsmechanismus angesichts eskalierender Konflikte und militärischer Präsenz auftreten
Als wir im August 2024 im Rahmen von „From Asking to Action“ nach ihren Hoffnungen für die Zukunft fragten, äußerten die palästinensischen Frauen eine ernüchternde Sicht:
19 % erwarteten, dass sich ihre Lebensqualität nicht verändern würde
20 % glaubten, sie würde sich verschlechtern
Nur 62 % wagten es zu hoffen, dass sich in den kommenden fünf Jahren etwas verbessern könnte
Seit August 2024 haben sich die Bedingungen in Gaza weiter verschärft, und diese fragile Hoffnung schwindet rasch. Dennoch zeigen Frauen weiterhin Resilienz und Führungsstärke – und werden dennoch oft aus Entscheidungsprozessen ausgeschlossen.
Unsere Forderungen an die internationale Gemeinschaft:
Stopp und Verhinderung des Völkermords, im Einklang mit den rechtlichen Verpflichtungen aus der Völkermordkonvention von 1948 – einschließlich des sofortigen Stopps aller militärischen Unterstützung und Waffenlieferungen an Israel.
Schutz von Frauen und Mädchen in allen humanitären Interventionen sicherstellen, mit spezialisierten Leistungen für Geburtshilfe, psychosoziale Betreuung und Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt.
Sofortiger humanitärer Zugang zu Nahrung, Wasser, medizinischer Versorgung und Unterkünften – mit Fokus auf die akuten Ernährungs- und Gesundheitsbedürfnisse palästinensischer Frauen und Kinder, viele davon vom Hungertod bedroht.
Unmittelbare Freilassung aller Zivilist*innen, die von allen Konfliktparteien gefangen gehalten oder willkürlich inhaftiert wurden – mit menschenwürdiger Behandlung, medizinischer Versorgung, Kontakt zu ihren Familien und Zugang durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bis zur Freilassung.
Rechenschaft mittels internationaler Gerichte und Mechanismen, damit Überlebende – insbesondere Frauen – Zugang zu Gerechtigkeit und Wiedergutmachung erhalten.
Die Anerkennung durch die UN ist entscheidend – aber Worte allein werden den Völkermord nicht stoppen. Die Frauen in Gaza sind klar in ihrer Botschaft: Die Welt muss jetzt handeln!
Ein Aufruf zum Handeln in Zeiten wachsender Ungleichheit
Während weltweit immer mehr Menschen von Krisen, Gewalt und Perspektivlosigkeit betroffen sind, kürzt die Bundesregierung erneut Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe. Dabei braucht es gerade jetzt globale Solidarität, um langfristige Lösungen zu schaffen.
Doch wir sind überzeugt: Engagement beginnt bei uns allen. Hier erfährst du, wie du aktiv werden kannst – für Gerechtigkeit, Menschlichkeit und eine gemeinsame Zukunft.
Warum Entwicklungszusammenarbeit zählt
Entwicklungszusammenarbeit schafft langfristige Perspektiven in Krisenregionen. Sie fördert Bildung, Stabilität und Gleichberechtigung – und wirkt Gewalt, Flucht und Armut entgegen.
Besonders Frauen und Mädchen profitieren von Programmen, die auf wirtschaftliche Stärkung, Schutz und politische Teilhabe ausgerichtet sind.
In unserer partizipativen Konsultation „From Asking to Action“ haben über 6.500 Frauen aus 14 von Konflikten betroffenen Ländern (u. a. Afghanistan, Palästina und Ukraine) deutlich gemacht, was sie wirklich brauchen – und was oft fehlt:
96 % erleben Gewalt, 71 % davon in Partnerschaften.
In Afghanistan erhalten nur 10 %, in Palästina 18 % der befragten Frauen humanitäre Unterstützung.
In der Ukraine sehen sich 41 % mit einer Verschlechterung ihrer Lage konfrontiert. Und trotzdem: 81 % der befragten Frauen blicken hoffnungsvoll in die Zukunft.
Ihre Stimmen sind klar:
„Wir müssen Teil der Lösung sein. Wir wissen besser als jeder andere, was wir brauchen.”
— Teilnehmerin aus der Ukraine
„Meine Botschaft an die Staats- und Regierungschefs lautet, die Anstrengungen zur Unterstützung von Frauen, die von Kriegen betroffen sind, zu verstärken und die Verbreitung des Friedens in der ganzen Welt zu gewährleisten.“ — Teilnehmerin aus dem Irak
Diese Ergebnisse zeigen: Entwicklungszusammenarbeit darf nicht abstrakt bleiben. Sie muss auf die Stimmen und Bedürfnisse der Menschen hören – besonders auf die der Frauen in den am stärksten betroffenen Regionen. Und genau deshalb braucht es verlässliche Finanzierung, langfristige Partnerschaften – und politische Entschlossenheit.
Der geplante Bundeshaushalt sieht massive Einsparungen vor – auf Kosten derjenigen, die am stärksten von globalen Krisen betroffen sind, die sie selbst am allerwenigsten verursacht haben.
Deutschland verfehlt erstmals seit Jahren das 0,7 %-Ziel für ODA-Mittel – ein Bruch internationaler Verpflichtungen. Damit reiht sich Deutschland in eine Liste von Ländern ein, die systematisch ihre Selbstverpflichtungen ignorieren, was das internationale Vertrauen untergräbt und die politische Aussagekraft von Nachhaltigkeitszielen schwächt.
Kürzungen gefährden den Zugang zu Bildung, Schutz und existenzieller Unterstützung – und konterkarieren die Wirkung bereits begonnener Projekte. Speziell gefährdet sind Programme zur Förderung von Frauenrechten: Zum Beispiel drohen Kürzungen um 7,5 Mio. € bei UNFPA und 4,5 Mio. € bei IPPF – Organisationen, die entscheidend für reproduktive Rechte und Gewaltprävention sind (Quelle: DSW).
Diese Maßnahmen senden ein fatales Signal: In einer Welt, in der Unterstützung für Frauenrechte, Klimagerechtigkeit und globale Sicherheit dringend gebraucht wird, stellt Deutschland seine Werte und internationales Ansehen aufs Spiel.
Was du tun kannst – dein Toolkit für Veränderung
1. Informiere dich.
Wissen ist der erste Schritt zum Handeln. Lies unseren Beitrag zur Lage der Entwicklungszusammenarbeit und lerne mehr über die Lebensrealität und Forderungen von Frauen in Krisenregionen in unserer From Asking to Action-Konsultation.
2. Teile dein Wissen.
Sprich über die Kürzungen und die Relevanz globaler Solidarität. Teile diesen Blogpost, poste auf Social Media oder leite unsere Artikel an Freund*innen und Kolleg*innen weiter. Aufmerksamkeit ist politisch.
3. Vernetze dich mit uns.
Folge uns auf Social Media und abonniere unseren Newsletter. So bleibst du informiert und kannst dich bei Aktionen direkt beteiligen.
Engagiere dich im Alltag – ob im Familienkreis, am Arbeitsplatz oder im Ehrenamt. Bleibe offen, solidarisch und such das Gespräch. Eine gerechte Welt braucht Dialog, Brückenbauer*innen und mutige Stimmen, die nicht wegsehen.
Dein Engagement zählt.
Jede Stimme, jede Spende, jedes Gespräch kann etwas bewegen. Wo andere den Rotstift ansetzen, setzen wir ein Zeichen.
Du willst noch mehr bewirken?
Dann unterstütze unsere Arbeit direkt mit einer Spende – jeder Beitrag zählt. Gemeinsam können wir fest an der Seite konfliktbetroffener Frauen stehen. #StandWithHer
Wir danken der Deutschen Postcode Lotterie für die Förderung unserer Programme für Frauen und Mädchen in Krisenregionen.
Zur Anerkennung mutiger Aktivist*innen, die ihre Stimme gegen sexualisierte Gewalt in Konflikten erheben und Überlebende unterstützen
Dienstag, 17. Juni 2025, 18:30 CET
Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt online über Zoom. Die Veranstaltungssprache ist Englisch, Untertitel stehen nicht zur Verfügung. Gebärdensprachdolmetschung kann leider nicht angeboten werden.
Women for Women International (WfWI) veranstaltet eine virtuelle Podiumsdiskussion anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten.
Unter der Moderation der internationalen Vorstandsvorsitzenden von WfWI Nunu Ntshingila wird die Veranstaltung auf dieses weit verbreitete Kriegsverbrechen aufmerksam machen, das weltweit weiterhin Leben zerstört und Gemeinschaften terrorisiert.
Zugleich werden wir mutige Menschen in Südsudan und der Ukraine würdigen, die sich trauen, aktiv zu werden – dieses Verbrechen zu verhindern, trotz Stigmatisierung ihre Stimme zu erheben und öffentlich zu sprechen, um Wandel herbeizuführen – selbst unter gefährlichsten Bedingungen.
Nehmen Sie an einem Panel mit beeindruckenden Frauen teil und stellen Sie Ihre Fragen während unseres Live-Q&A mit unseren Panelist*innen:
Grace Dorong, Gründer*in und Geschäftsführer*in von Root of Generations, Südsudan
Liubov Gordiienko, Berater*in für das Büro des Regierungsbeauftragten für Gender-politik der Ukraine
Die vollständigen Biografien der Sprecher*innen finden Sie weiter unten.
Die Veranstaltung findet online über Zoom statt. Den Link erhalten Sie nach der Anmeldung. Women for Women International stellt allen registrierten Personen eine Aufzeichnung zur Verfügung – auch, wenn Sie nicht live teilnehmen können.
Nunu Ntshingila – Vorstandsvorsitzende von Women for Women International Im Januar 2025 begrüßte Women for Women International Nunu Ntshingila als neue Vorsitzende des internationalen Vorstands von WfWI. Nunu war zuvor Regionaldirektorin bei Meta und verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in führenden Geschäftspositionen in der Afrika-Region. Sie war in verschiedenen Sektoren tätig, darunter Technologie, Markenberatung und Marketing, Bergbau, Infrastruktur und soziale Entwicklung. Mit ihrer Expertise in Unternehmensführung und Markenentwicklung unterstützt Nunu Unternehmen beim Wachstum, beim Aufbau globaler Marken und beim Engagement für gesellschaftliche Entwicklung. Im Jahr 2005 gründete sie Ntinta Investments, das Beteiligungen an verschiedenen afrikanischen Unternehmen hält.
Grace Dorong – Gründer*in und Geschäftsführer*in von Root of Generations, Südsudan Grace Dorong ist Gründer*in und Geschäftsführer*in der Organisation Root of Generations (ROG), einer gemeinnützigen Organisation, die sich für die Stärkung benachteiligter Frauen, Kinder und Jugendlicher im Südsudan einsetzt. Aufgrund von Konflikt und Klimawandel wurde Grace bereits in jungen Jahren vertrieben. Heute engagiert sie sich für die Rechte von Frauen, insbesondere durch lokal entwickelte Lösungsansätze, die Förderung weiblicher Führung und Katastrophenvorsorge. Ihre Organisation unterstützt Geflüchtete und Binnenvertriebene (IDPs), von denen viele konfliktbedingte sexualisierte Gewalt (CRSV) erlebt haben – durch Schulungen im Unternehmertum, sichere Rückzugsorte und finanzielle Soforthilfe. Mit über 15 Jahren Erfahrung in Projektplanung und -management nimmt Grace Dorong aktiv an Programmen und internationalen Diskussionsforen zu geschlechtsspezifischer Gewalt, Schutzmaßnahmen, Gleichstellung und sozialer Gerechtigkeit teil. Sie ist Mitglied der Africa Climate Working Group, Leitung der South Sudan Resilience Initiative und hat auf globalen Plattformen wie der COP29 und beim Women, Peace and Security Council gesprochen.
Liubov Gordiienko – Berater*in für das Büro des Regierungsbeauftragten für Gender-Politik der Ukraine Liubov Gordiienko ist Jurist*in und Gender-Expert*in mit Schwerpunkt auf der Umsetzung der Agenda „Frauen, Frieden und Sicherheit“ sowie der Integration von Gender-Perspektiven in den Sicherheits- und Verteidigungssektor. Derzeit arbeitet Frau Gordiienko als Berater*in der Regierungsbeauftragten für Gender-Politik der Ukraine mit Fokus auf die Prävention und Bekämpfung von konfliktbedingter sexueller Gewalt. Darüber hinaus unterstützt sie die ukrainische zivilgesellschaftliche Organisation Regional Centre for Human Rights im Rahmen des britischen Programms „Supporting Adaptive Defense Reforms in Ukraine“. Dieses Programm fördert die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, Rechenschaft bei Verstößen und stärkt menschliche Sicherheit, Geschlechtergerechtigkeit sowie die Teilhabe und Stärkung von Frauen und Minderheiten im Sicherheitssektor – insbesondere vor dem Hintergrund des anhaltenden bewaffneten Konflikts.
Über Women for Women International
Women for Women International investiert dort, wo die Ungleichheit am größten ist und hilft Frauen, die Krieg und Konflikt in ihrem Land überlebt haben, dabei, sich ein neues Leben aufzubauen.
In Afghanistan, Bosnien und Herzegowina, der Demokratischen Republik Kongo, im Irak, im Kosovo, in Nigeria, in Ruanda und im Südsudan erlernen Frauen im Rahmen des einjährigen Schulungsprogramm von Women for Women International Fähigkeiten zum Wiederaufbau ihrer Familien und Gemeinschaften. Sie bilden enge Kontakte mit anderen Frauen, werden mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet, um ein Einkommen zu erzielen und zu sparen, und erhalten Wissen und Ressourcen über ihre Gesundheit und ihre Rechte.
Seit 1993 hat die Organisation in die Kraft von mehr als 575,00 Frauen investiert, damit sie ihre Stimme erheben und einen Welleneffekt erzeugen können – für gleichberechtigtere, friedvollere und wohlhabendere Gemeinschaften.
Women for Women International Deutschland hat ihren Sitz seit 2018 in Berlin. Women for Women International Deutschland ist eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin, Deutschland, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg (HRB 240772 B). Geschäftsführerinnen: Caroline Jane Kent, Marie Clarke. Aufsichtsrat: Renate Baehr, Nathalie Busch, Nunu Ntshingila-Njeke, Anja Langenbucher, Preeti Malkani, Vanessa Mitchell-Thomsen, Angela Nelissen und Imke Schröder.
Traditionell starke Geberstaaten wie das Vereinigte Königreich und die USA kürzen drastisch ihre Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe, während multiple und komplexe Krisen und Kriege zunehmen und in vielen Regionen humanitäre Katastrophen und Konflikte eskalieren. Auch in Deutschland soll laut Koalitionsvertrag die offizielle Entwicklungshilfe (ODA) gekürzt und die 0,7% unterschritten werden. Diese Kürzungen haben gravierende Folgen für Menschen, insbesondere Frauen, im Globalen Süden. Sie sind gerade in fragilen Staaten und Konfliktgebieten zu oft die ersten, die am stärksten betroffen sind und die letzten, die nach ihren Empfehlungen gefragt und als Expert:innen einbezogen werden.
Vor dem Hintergrund knapper Ressourcen und eines enormen Bedarfs möchten UN Women Deutschland und Women for Women International Deutschland anhand konkreter Fallbeispiele aufzeigen, welche transformative Kraft Investitionen in die Förderung und sinnvolle Beteiligung von Frauen in der Entwicklungs-, humanitären und Friedensarbeit entfalten können.
Denn humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit ist vielfach effektiver, wenn Frauen eingebunden sind. Wenn wir im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit in Frauen investieren und Frauenorganisationen einbinden, ist der Return on Investment mindestens ein Dreifaches. Wenn Frauen eingebunden sind, besteht eine vielfach höhere Chance, Frieden zu schaffen.
Diskutieren Sie mit uns, wie wir gerade in diesen herausfordernden Zeiten weiterhin strategisch Frauen und frauengeführte Organisationen im globalen Süden und Osten unterstützen können. Zu diesem Zweck haben wir Expertinnen eingeladen, die eindrücklich von ihrer Arbeit in u.a. Syrien berichten. Im Austausch mit UN Women (Deutschland und international), dem BMZ, Women for Women International Deutschland sowie lokalen Partnerinnen wollen wir gemeinsam effektive Strategien, Chancen und Risiken im Kontext aktueller globaler Verschiebungen beleuchten.
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt. Gebärdensprache kann an diesem Abend leider nicht angeboten werden.
Redner*innen:
Renate Bähr, Vorständin, UN Women Deutschland und Women for Women International Deutschland (Begrüßung) Renate Bähr war über 25 Jahre im Non-Profit-Bereich tätig, zuletzt – von 2008 bis 2020 – als Geschäftsführerin der international tätigen Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die sich für das Selbstbestimmungsrecht von Mädchen und Frauen bei der Familienplanung einsetzt. Vor ihrer Tätigkeit als Geschäftsführerin war sie zunächst für die Pressearbeit und das Fundraising zuständig, später auch für den Aufbau des Bereichs Advocacy. Seit 2021 ist sie ehrenamtliche Schatzmeisterin im Vorstand von UN Women Deutschland und seit 2023 stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrates von Women for Women International Deutschland. Renate Bähr studierte Mathematik, Politik und Germanistik an der Universität Hannover und arbeitete mehr als 10 Jahre als Lehrerin, bevor sie 1995 zur damals noch jungen DSW kam.
Caroline Kent, Co-Geschäftsführerin Women for Women International Deutschland, Moderation Caroline Kent engagiert sich seit 25 Jahren für soziale Gerechtigkeit im internationalen Kontext. Ihre Arbeit konzentrierte sich insbesondere auf die Gleichstellung der Geschlechter, die Armutsbekämpfung und die globale Gesundheit. Sie hat für verschiedene internationale Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen politische Lobbyarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnenarbeit gearbeitet. Bevor sie im Jahr 2020 zu Women for Women International Deutschland kam, war sie stellvertretende Geschäftsführerin von Tactical Tech. Davor war sie Mitglied des Management-Teams der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). Zuvor arbeitete Caroline als Redakteurin bei den Vereinten Nationen.
Clara Anyangwe, Country Representative Burundi, UN Women Clara Anyangwe (Kamerun) verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Gleichstellung und nachhaltige Entwicklung. Clara Anyangwe hat mit Regierungen, Gebern, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Medien und dem Privatsektor zusammengearbeitet und deren Bemühungen um die Förderung von Frauen in Entscheidungsprozessen, die wirtschaftliche Stärkung von Frauen und die Beteiligung von Frauen an der Friedens- und Sicherheitsagenda unterstützt. Derzeit ist sie die Vertreterin von UN Women in Burundi (seit April 2022). Von 2016 bis 2022 war sie außerdem Vertreterin von UN Women in Malawi. Bevor sie nach Malawi kam, war Clara Anyangwe die amtierende Vertreterin des UN Women-Länderbüros in Ruanda (Juli 2015 bis April 2016) und gleichzeitig die stellvertretende Vertreterin von 2010 bis 2016. Bevor sie zu den Vereinten Nationen kam, arbeitete sie als Investmentbankerin und war in der Zivilgesellschaft in den Bereichen Gender, Entwicklung und Umweltschutz tätig. Clara Anyangwe ist eine engagierte Aktivistin für friedenserhaltende Missionen (für die polizeiliche, militärische und zivile Komponente) und für die Prävention und Reaktion auf sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt. Sie ist eine starke Befürworterin des Aufbaus von Frauenbewegungen, der One UN-Agenda und des Multilateralismus. Sie ist gelernte Bankkauffrau und hat einen Master-Abschluss in Agrarwirtschaft von der Universität Ibadan, Nigeria.
Fatima Ahmed, Founder and Director, Zenab Women for Development Fatima Ahmed ist Gründerin und Direktorin von Zenab for Women in Development, einer sudanesischen Nichtregierungsorganisation, die sich für die Stärkung der Rolle von Frauen und Mädchen durch Armutsbekämpfung, Bildung, Ernährungssicherheit, Anpassung an den Klimawandel, Gesundheit und Wohlbefinden sowie die Verteidigung der Menschenrechte einsetzt. Fatima Ahmed setzt sich seit ihrer Studienzeit für das Recht ihrer Kommilitoninnen auf Beteiligung an der Studierendenvereinigung und für die Rechte von Bäuerinnen in ländlichen Gebieten ein, die oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.
Inken Denker, Referatsleiterin G11, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Inken Denker ist Referatsleiterin für Feministische Entwicklungspolitik im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sie bringt langjährige Erfahrung in der Kommunikation und Entwicklungspolitik mit. Bevor sie im Mai 2022 die Verantwortung für die Feministische Entwicklungspolitik und Genderfragen übernahm, war sie Referatsleiterin für Reden und Texte im BMZ. Zuvor war sie unter anderem für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (giz), Transparency International und die Konrad-Adenauer-Stiftung in China tätig. Ihr akademischer Hintergrund sind China-Studien sowie Soziologie und Jura.
Nisren Habib, Feminist Research Unit Manager, Women Now for Development Nisren Habib (sie/ihr) ist eine syrische Bürger*innenaktivistin, feministische Forscherin und Gender-Beraterin mit Fachwissen über Geschlechtergerechtigkeit in Konflikt- und Wiederaufbaukontexten. Sie leitet die Abteilung für feministische Forschung bei Women Now e.V. und konzentriert sich auf die Rolle der Frauen bei der Resilienz und bei gemeinschaftsgeleiteten Gerechtigkeitsprozessen in Syrien. Nisren Habib hat ein Diplom in Frauenforschung von der Beirut Arab University, absolvierte ein Gender Studies-Programm an der Humboldt-Universität (2017-2019) und erwarb dort 2022 einen Master in Amerikanistik mit Schwerpunkt auf intersektionalem Feminismus und Aktivismus. Ihre Arbeit verbindet akademische Forschung und Aktivismus, um transformative Gerechtigkeitsstrategien zu entwickeln, die die Handlungsfähigkeit der Gemeinschaft und langfristige Geschlechtergerechtigkeit in den Mittelpunkt rücken.
Haben wir IHR interesse geweckt? MeldeN Sie sich hier für die Podiumsdiskussion an:
Am 18. März hat Israel seine Militäroperationen im Gazastreifen wieder aufgenommen und umfangreiche Luftangriffe auf die Zivilbevölkerung des Gazastreifens ausgeübt, womit der fast zweimonatiger Waffenstillstand offiziell gebrochen wurde.
Die Angriffe hatten fast 700 Tote und Hunderte von Verletzten zur Folge, wobei das Gesundheitsministerium von Gaza berichtet, dass viele der Opfer Kinder sind. Die Gesamtzahl der von Israel getöteten Menschen übersteigt nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Zahl von 50.000. Diese neue Welle von Luftangriffen fordert weiterhin schwere Opfer und führt zu neuen Vertreibungswellen inmitten einer schlimmen humanitären Krise, die sich durch die von Israel am 2. März verhängte erneute Hilfsblockade noch verschärft hat.
Im Rahmen der von Women for Women International durchgeführten globalen Konsultation „From Asking to Action“, an der über 6.500 vom Konflikt betroffene Frauen teilnahmen, bezeichneten 73 % der Frauen, mit denen wir in Palästina gesprochen haben, Vertreibung als eine ihrer häufigsten Erfahrungen im Gazastreifen und im Westjordanland. Nach Israels jüngstem Verstoß gegen den Waffenstillstand suchen diese vertriebenen Familien Zuflucht in Unterkünften inmitten einer katastrophalen humanitären Krise. Palästinenser:innen im Gazastreifen sind mit einem gravierenden Mangel an Grundversorgungsgütern, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung konfrontiert – einschließlich der für Frauen, Mädchen und Mütter wichtigen reproduktiven Gesundheitsversorgung.
Mehr denn je muss sich unsere Weltgemeinschaft mit den Leidtragenden dieses Konflikts solidarisieren und dafür sorgen, dass ihre Stimmen den Weg zu Frieden und dem Wiederaufbau bestimmen. Die Menschen in Gaza brauchen mehr als nur vorübergehende Hilfe – sie brauchen Freiheit, Würde und die Gewissheit einer sicheren Zukunft.
Wir bitten nicht um Almosen, wir fordern unser Recht auf Leben. Wir sind erschöpft vom Wiederaufbau des Gazastreifens nach jedem Krieg, nur um zu sehen, wie er wieder zerstört wird. Wir wollen keine Stadt über Massengräbern bauen – wir wollen eine sichere Zukunft für unsere Kinder. Die Beendigung der Besatzung ist der einzige Weg zum Frieden.“
– Unsere Partnerin Buthaina, die Geschäftsführerin von Wefaq
Women for Women International fordert:
Einen sofortigen Waffenstillstand und den Schutz der Zivilbevölkerung in Gaza.
Der UN-Sicherheitsrat und alle internationalen Akteure müssen alle Parteien für einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand zur Rechenschaft ziehen, was auch die Verhinderung jeglicher Waffenlieferungen einschließt, die das Ziel eines dauerhaften Waffenstillstands untergraben würden. Dies ist ein wichtiger erster Schritt zur Deeskalation der militärischen Operationen und zum Wiederaufbau des Gazastreifens. Der Waffenstillstand muss eingehalten werden, und alle Versuche, ihn zu untergraben, zu verletzen oder aufzugeben, sind scharf zu verurteilen.
Zudem muss gewährleistet werden, dass Gefangene und Geiseln auf beiden Seiten freigelassen werden.
Wiederherstellung der humanitären Hilfe, insbesondere der geschlechtergerechten humanitären Hilfe, auch durch direkte Unterstützung der Frauenrechtsorganisationen, die eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung trauernder Mütter und Mädchen spielen, für ihre Rechte eintreten, ihre Trauer verarbeiten und ihren Schutz vor andauernder und potenzieller Gewalt gewährleisten.
Die palästinensischen Frauen, die im Rahmen der von Women for Women International durchgeführten globalen Konsultation „From Asking to Action“ befragt wurden, gaben an, dass Gesundheitsfürsorge und sanitäre Einrichtungen (70 %) sowie getrennte und sichere Wohnräume für Frauen und Kinder (75 %) zu den beiden wichtigsten Punkten gehören, wenn es darum geht, die Bedürfnisse von Frauen in Notunterkünften und Geflüchtetenlagern besser zu erfüllen.
Obwohl die von uns befragten palästinensischen Frauen viele spezifische Prioritäten für den Wiederaufbau und die Wiederansiedlung nach dem Konflikt nannten, wie z. B. den Zugang zu umfassender medizinischer Versorgung (69 %), Programme zur wirtschaftlichen Stärkung (62 %), sichere Unterkünfte und Infrastruktur (64 %) sowie rechtlichen Beistand und Schutz (58 %), war der am häufigsten genannte Bedarf die Trauma-Beratung und psychologische Unterstützung (71 %).
Die volle, gleichberechtigte und sinnvolle Beteiligung von Frauen an allen politischen und friedenspolitischen Prozessen und Verhandlungen zur Gestaltung der Zukunft des Gazastreifens, zur Beendigung der Besatzung im Westjordanland und zur Gestaltung der Wiederaufbaubemühungen im Rahmen eines dauerhaften Waffenstillstands.
Wir fordern internationale Organisationen und Entscheidungsträger:innen auf, sich nicht nur für ein Ende der humanitären Blockaden einzusetzen, sondern auch für ein Ende der Gewalt und der Besetzung als Weg zu einem langfristigen Frieden in Palästina.
Im Februar dieses Jahres sind es drei Jahre, dass Russland in der Ukraine einmarschiert ist. Der Krieg geht weiter, und mit ihm das Leid von Millionen Menschen.
Jüngste Schätzungen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass fast 12 500 Zivilist:innen im Krieg getötet wurden – obwohl die UNO wiederholt erklärt hat, dass es sich bei dieser Zahl um eine Unterzahl handelt, da sie nur die Todesfälle berücksichtigt, die sie nachprüfen konnte. Schätzungen zufolge benötigen etwa 12,7 Millionen Menschen sektorübergreifende humanitäre Hilfe, und im August 2024 waren 10,4 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben oder suchten außerhalb der ukrainischen Grenzen Schutz. Dieses Leid darf nicht ignoriert werden.
Im Rahmen unserer Partnerschaft mit der Andreev-Familienstiftung in der Ukraine unterstützen wir weiterhin mobile Teams aus Psycholog:innen, die weibliche Überlebende in den ehemals von den russischen Streitkräften besetzten Gebieten erreichen und psychosozial unterstützen. Gemeinsam haben wir auch eine Hotline für Frauen eingerichtet, die sexuelle Gewalt überlebt haben.
Anna Orel, die zu Beginn des Krieges zum Team der Andreev-Familienstiftung stieß, erzählt von ihren Erlebnissen:
„Der Krieg hat mein Leben völlig verändert. Zunächst verlor ich an der Front einen mir sehr nahestehenden Menschen. Dieser Verlust hat mich sehr hart getroffen. Zweitens erlebe ich wie alle Ukrainer:innen jeden Tag Drohnenangriffe und häufige Angriffe mit Marschflugkörpern. Mehrere Male haben russische Raketen Gebäude in einigen Kilometern Entfernung von mir getroffen, und ich konnte sie über meinem Haus pfeifen hören. Die Druckwelle einer Drohne hat eines Nachts mein Haus beschädigt, und ich lebe in ständiger Angst, dass die Russen mich eines Nachts in meinem Bett töten könnten.
Die Frauen in der Ukraine sollten nicht ständig ihre Söhne, Ehemänner und Brüder beerdigen müssen. Wir sollten nicht in Ungewissheit und Spannung leben und bei jeder Nachricht erschaudern müssen. Wir werden von der Angst um unsere Lieben heimgesucht. Die Frauen in der Ukraine lernen, alles zu tun – sogenannte „Männerberufe“, um die Männer an der Front zu ersetzen.
Anna Orel, Mitglied des Teams der Andreev-Familienstiftung, der lokalen Partnerorganisation von Women for Women International, die Frauen unterstützt, die den Krieg in der Ukraine überlebt haben. Foto: Anna Orel
Frauen sind nun die Hauptversorgerinnen unserer Familien geworden.
Die ganze Verantwortung für Kinder und ältere Angehörige liegt jetzt oft auf uns. Wir müssen immer stark sein, auch wenn es sich unmöglich anfühlt; auch wenn unsere Männer und Söhne an der Front sind.
Auch viele Frauen haben sich den ukrainischen Streitkräften angeschlossen und kämpfen an der Seite der Männer an der Front. Ehemalige Kindergärtnerinnen, Maniküristinnen und Friseurinnen schießen jetzt mit tragbaren Flugabwehrsystemen russische Raketen ab.
Vor ort und in meiner Funktion bei der Andreev-Familienstiftung erlebe ich, wie Frauen, die Vergewaltigung, Gefangenschaft und Folter überlebt haben, ein neues Leben beginnen.
Sie versuchen zu arbeiten, ähnlich betroffenen Frauen zu helfen, sich in Netzwerken zusammenzuschließen und sich gegenseitig zu unterstützen. Sie sprechen über ihre Erfahrungen, teilen ihren Schmerz, um anderen durch ihr Beispiel zu helfen. Diese weibliche Stärke inspiriert mich.
Selbst in den dunkelsten Zeiten gibt es Menschen mit Licht im Herzen.
– Anna
Ich koordiniere ein Projekt, das Menschen hilft, die konfliktbedingte sexualisierte Gewalt, Gefangenschaft, Folter und Belagerung überlebt haben.
Die Hilfe umfasst psychologische, medizinische und finanzielle Unterstützung sowie die Zahlung von vorläufigen Entschädigungen an die Opfer des russischen Krieges gegen die Ukraine. Die Erfahrungen unserer Organisation – die Arbeit, die wir leisten – sind bereits wertvoll für unseren Staat.
Wir setzen uns dafür ein, dass auf Regierungsebene systematisch Hilfe geleistet wird. Es geht um Zehn-, ja Hunderttausende von geretteten Leben und Familien – die Zukunft unseres Landes.
– Anna
Manchmal verliere ich die Motivation – doch dann erinnere ich mich daran, was wir erreicht haben. Und ich mache weiter.
Aber wenn die Frauen stark sind, kann das nicht das Ende der Geschichte sein. Wenn die internationale Gemeinschaft von diesem Krieg und unserer Arbeit erfährt, meine Erfahrungen liest und Mitgefühl hat, kann sie ihre Unterstützung nicht beenden. Wir müssen handeln.
Viele Partner und Menschen auf der ganzen Welt verlieren die Motivation, der Ukraine zu helfen, weil sie müde sind und keine Aussicht auf ein Ende des Krieges sehen.
Ich sehe aber, wie sehr die Menschen noch Hilfe brauchen.
Auch jenseits unserer eigenen Grenzen ist unsere Arbeit entscheidend. Es gibt viele Kriege auf der Welt – aber die Erfahrungen der Ukraine bei der Bewältigung dieser anhaltenden Krise können für andere Länder sehr wertvoll sein.
– Anna
Wir bitten um deine Spende, die Frauen unterstützt, die diesen Krieg überleben und die Ukraine zusammenhalten. Hilf uns dabei, Leben zu retten und unser Land wiederaufzubauen.“
EINE GLOBALE KONSULTATION, DIE SICHERSTELLT, DASS DIE STIMMEN VON FRAUEN, DIE VON KONFLIKTEN BETROFFEN SIND, GEHÖRT WERDEN.
Wir haben mit mehr als 6.500 Frauen in Ländern gesprochen, die von Konflikten betroffen sind und die den Wandel in ihren Gemeinschaften anführen. Jetzt ist es an der Zeit, dafür zu sorgen, dass ihre Prioritäten Gehör finden und von den Entscheidungsträger*innen tatsächlich gehört werden.
6.500+
Anzahl der Frauen, die wir durch die Konsultation erreicht haben
54
Anzahl der Frauenrechts-organisationen, die die Konsultation mitgestalten
14+
Anzahl der von Konflikt betroffenen Regionen, in denen die Konsultation durchgeführt wurde
Frauen, die von Konflikten betroffen sind, wird immer wieder ihr grundlegendes Recht vorenthalten, sich sinnvoll an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, sich für ihre eigenen Prioritäten einzusetzen und Lösungen für die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, voranzutreiben. Die Bemühungen, sie in die Politikgestaltung einzubeziehen, sind allzu oft nur symbolisch.
Der UN Summit of the Future im September 2024 bildete den Auftakt zu einer Reihe wichtiger globaler Meilensteine in den Jahren 2024 und 2025, darunter der 30. Jahrestag der Pekinger Erklärung und Aktionsplattform und der 25. Jahrestag der Agenda für Frauen, Frieden und Sicherheit.
Diese Meilensteine stellen eine einmalige Gelegenheit dar, die bestehenden Verpflichtungen zur Wahrung der Frauenrechte und zur Verwirklichung von Gleichstellung, Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit in greifbare Fortschritte umzusetzen. Doch damit diese Chance genutzt werden kann, müssen die Stimmen der von Konflikten betroffenen Frauen gehört werden.
“Wir müssen Teil der Lösung sein. Wir wissen besser als jeder andere, was wir brauchen.”
Teilnehmende aus der Ukraine
Um diese Lücke zu schließen – und vor dem Hintergrund wachsender Ungleichheit, Unsicherheit und eines Rückschritts bei den Frauenrechten – hat Women for Women International eine inklusive und partizipative Konsultation durchgeführt, die sich an den in unserem Tool „Beyond Consultations“ dargelegten Best-Practice-Grundsätzen orientiert.
Wir haben von Konflikt betroffene Frauen gefragt: “Wie geht es euch, was braucht ihr und was fordert ihr?”
Mit unserer Unterstützung haben Change Agents – weibliche Überlebende des Krieges, die in Advocacy- und Führungsfähigkeiten geschult sind – gemeinsam mit –Frauenrechtsorganisationen diese Konsultation geleitet. Die Frauenrechtsverteidigerinnen und -organisationen legten den Umfang der Konsultation fest, einschließlich der Identifizierung relevanter Fragen und Themen; sie trugen zur Gestaltung der Forschungsinstrumente bei; sie testeten deren Einsatz, um sicherzustellen, dass sie für den Zweck geeignet sind; und sie überprüften die vorläufigen Ergebnisse und Empfehlungen, die sich daraus ergeben haben.
Forderungen der Frauen im Irak und in Afghanistan
Meine Botschaft an die Staats- und Regierungschefs lautet, die Anstrengungen zur Unterstützung von Frauen, die von Kriegen betroffen sind, zu verstärken und die Verbreitung des Friedens in der ganzen Welt zu gewährleisten.
Teilnehmende aus dem Irak
Frauen im Irak, die an der Konsultation teilgenommen haben. Credit: WfWI
Um Frauen bei den Versöhnungsbemühungen, dem Wiederaufbau, der Nothilfe und der Verbesserung der Lebensbedingungen besser zu unterstützen, können Organisationen und Führungspersönlichkeiten zahlreiche Maßnahmen ergreifen, wie z. B. die Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten für Mädchen, die Unterstützung von Frauenrechten, die Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen usw.
Teilnehmende aus Afghanistan
Konsultationsgespräche in Afghanistan. Credit: WfWI
Erkenntnisse
Wir haben drei Erkenntnisse AUfgegriffen, die besonders bemerkenswert sind:
81% der befragten Frauen gaben an, dass sie hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Hoffnung ist eine unglaublich starke Kraft und Triebfeder, in die wir investieren müssen. In Afghanistan waren es sogar 87 %, die voller Hoffnung für ihre Zukunft sind, was in Anbetracht der Einschränkungen des Lebens und der Freiheiten von Frauen dort bemerkenswert ist. Doch diese Hoffnung schwindet – in Palästina zum Beispiel erwarten nur 62 % der Frauen eine Verbesserung ihrer Situation und 20 % eine Verschlechterung. In der Ukraine erwarten 41 % eine Verschlechterung.
96 % der von uns befragten Frauen in Konfliktgebieten gaben an, in irgendeiner Form von Gewalt betroffen zu sein. Von diesen 96 % sind 71 % von Gewalt in der Partnerschaft betroffen. Dies ist nicht nur die häufigste Form der Gewalt, von der Frauen in Konfliktgebieten berichten, sondern auch ein schockierend hoher Anteil. 71 % der Frauen berichteten darüber – weit mehr als die 1:3-Statistik, die wir oft hören.
Nur 10 % der Frauen in Afghanistan berichten, dass sie eine Form der (humanitären) Unterstützung erhalten. Unterstützung für Frauen in den schlimmsten Konflikten der Welt ist schockierend gering. Nur 18 % der Frauen in Palästina berichten von irgendeiner Form von Hilfe. Über 80 % der Frauen in Palästina und 90 % der Frauen in Afghanistan erhalten also keine Hilfe – warum nicht? Das ist etwas, das wir angehen müssen.
Das Projekt “From Asking to Action” zeigt, dass Konsultationen mit Frauen in konfliktbetroffenen Kontexten möglich sind und durchgeführt werden sollten und dass ihre Stimmen bei Entscheidungsfindungen auf globaler Ebene relevant sind.
Frauenrechtsverteidigerinnen und -organisationen sind der Schlüssel zum Erreichen unserer gemeinsamen Ziele in den Bereichen Frieden, Entwicklung und Gleichstellung der Geschlechter. Dies kann nur geschehen, wenn Frauen den Raum, die Unterstützung und die Ressourcen haben, um ihre Führungsqualitäten, ihr Fachwissen und ihre Einsichten zu nutzen. Die Stimmen von Frauen, die in ihren Gemeinschaften positive Veränderung anführen, müssen verstärkt und tatsächlich gehört werden.
Triggerwarnung: Dieser Blogpost handelt von Gewalt.
Wir nähern uns dem zehnten Jahrestag des Völkermords an den Jesid*innen und denken an den bemerkenswerten Weg der jesidischen Frauen in unserem SCHULUNGSPROGRAMM, die trotz der traumata des konflikts an sich glauben. Dieser Meilenstein ist nicht nur eine Erinnerung an die Grausamkeiten, denen sie ausgesetzt waren, sondern auch ein Zeugnis für ihre Widerstandsfähigkeit und Stärke.
Ein Jahrzehnt des Schmerzes und des Mutes
Der Völkermord an den Jesid*innen begann am 3. August 2014, als der IS in die Sinjar-Region im Irak eindrang und etwa 400.000 jesidischen Männern, Frauen und Kindern Tod, Gefangenschaft und grausame Gewalt zufügte. Die Männer wurden vor die Wahl gestellt, entweder zu sterben oder zum Glauben zu konvertieren, während die Frauen zwangskonvertiert, gefangen genommen, verkauft und sexuell versklavt wurden. Mehr als 6.000 jesidische Frauen und Kinder mussten diesen brutalen Kreislauf der Gefangenschaft ertragen. Die Traumata sollten unüberwindbar sein und sicherstellen, dass die jesidische Identität ausgelöscht wird.
Trotz dieser unvorstellbaren Schrecken haben die jesidischen Frauen immense Stärke und Tapferkeit bewiesen. Für die jesidische Programmbeauftragte von Women for Women International, Khalida Lazgeen, ist der Schmerz noch sehr real. Sie war eine junge Frau, als IS-Kämpfer sich ihrem Dorf bis auf wenige Kilometer näherten. Sie sagt, dass ihre Familie wusste, was passieren würde, wenn sie gefangen genommen würden.
Als der IS in den Irak kam, gab meine Familie uns Mädchen ein Messer und sagte uns, dass wir uns umbringen sollten, wenn wir gefangen genommen würden.
Khalida
Khalida ist dankbar, dass sie der Gefangennahme entkommen konnte und unterstützt im Rahmen unseres SWSN-Programms andere Frauen aus der jesidischen Gemeinschaft, die derzeit in Lagern in der irakischen Region Kurdistan leben.
Ihre Stärke erkennen
Seit der Gründung haben 24.726 Frauen das SWSN-Programm im Irak absolviert, darunter viele jesidische Überlebende. Diese Frauen haben Kenntnisse darüber erworben, wie sie finanziell unabhängig werden können, sie haben ihre Rechte kennengelernt und wichtige Gesundheitsinformationen erhalten. Dies ist ein bedeutender Fortschritt.
Khalida mit ihrer Solidarity Group im Irak, Credit: WfWI
Khalida erzählt: „Vor ein paar Jahren sprach ich einige Frauen in meiner Nachbarschaft an, um ihnen von WfWI und den Möglichkeiten zu erzählen. Sie weigerten sich hartnäckig, der Organisation beizutreten, und sagten, ihre Ehemänner würden es nicht erlauben. Aber nach drei Jahren Präsenz in der Gemeinde klopfte vor Kurzem eine Gruppe von Frauen an die Türen unseres Zentrums und bat darum, in das Programm aufgenommen zu werden. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass die Frauen sich für das Programm interessieren und dass Women for Women International die Gemeinde beeinflusst hat.”
Barrieren überwinden und Gemeinschaften aufbauen
Die Wirkung des Programms geht über die Berufsausbildung hinaus. Es hat einen sicheren Raum für Frauen geschaffen, in dem sie sich austauschen, ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen können. Khalida bemerkt: „Ich sehe wirklich eine Veränderung bei den Frauen… die Art und Weise, wie sie miteinander verbunden sind, die Unterstützung, die sie erhalten, sie fühlen sich wie zu Hause.“
Der Mut, den diese Frauen aufbringen müssen, um an dem Programm teilzunehmen – oft an der Seite von Menschen, die sie einst als Gegnerinnen betrachteten – ist immens. Dennoch gehen sie aus dem Programm selbstbewusst und gestärkt heraus und sind mit den nötigen Fähigkeiten ausgestattet, um ihr Leben selbstbestimmt zu führen und für ihre Rechte einzutreten. Das SWSN-Programm hat nicht nur ihr Leben verändert, sondern auch die Wahrnehmung der Rolle der Frau in der Gemeinschaft.
Eine persönliche Mission zur Entfaltung der eigenen Stärke
Für Khalida ist ihre Rolle eine sehr persönliche. Als Mutter einer jungen Tochter stellt sie sich eine Zukunft vor, in der ihre Tochter und alle Frauen ihrem Herzen folgen, ihre Meinung sagen und sich gegenseitig unterstützen können. Khalidas Engagement für diese Sache ist unerschütterlich. „Als Frau sehe ich die Macht in mir selbst. Ich möchte meine Macht nutzen, um Frauen zu unterstützen, deren Stimmen nicht gehört werden, Frauen, die Angst haben, ihre Meinung zu sagen, und Frauen, die ihr eigenes Unternehmen gründen und Teil der Gemeinschaft sein wollen. Ich werde meine Stimme nutzen, um ihnen Gehör zu verschaffen.“
Aktuelle Lage und Aufruf zum Handeln
Der Blick in die Zukunft zeigt, dass die Herausforderungen weiterhin gewaltig sind. Die Jesid*innen, die jetzt von der irakischen Regierung zurück nach Sinjar gezwungen werden, kehren in eine vom Konflikt verwüstete Heimat zurück, in der es an grundlegenden Dingen wie sauberem Wasser fehlt.
Eine Frau aus einem Lager, das geschlossen werden soll, sagte gegenüber Women for Women International: „Ich fühle mich traurig und hoffnungslos. Irgendwann würden wir gerne nach Hause zurückkehren, aber wir sind immer noch psychischtraumatisiert. In Sinjar gibt es keine Infrastruktur, keine Arbeitsmöglichkeiten und keine Sicherheit.“
Der zehnte Jahrestag des Völkermords an den Jesid*innen ist eine Zeit der Reflexion und des Gedenkens, aber auch eine Zeit, um auf die aktuellen Probleme der Jesidinnen und anderer Binnenvertriebener aufmerksam zu machen. Wir müssen uns für eine sichere, freiwillige und menschenwürdige Rückkehr nach Sinjar einsetzen und dafür sorgen, dass die notwendige Infrastruktur und Dienstleistungen zur Unterstützung der Gemeinschaft vorhanden sind.
Jetzt ist es an der Zeit zu handeln und die jesidischen Frauen und ihre Familien beim Wiederaufbau ihres Lebens zu unterstützen, um eine Zukunft zu gewährleisten, in der jesidische Frauen und ihre Familien an ihrem Herkunftsort glücklich leben können.
Hilf einer Frau, ihr Leben nach Krieg und Konflikt neu aufzubauen. Wenn du Teil von Stand With Her wirst, wirst du mit einer Frau aus unserem Programm verbunden. Deine großzügige Unterstützung bietet ihr:
Einen monatlichen Zuschuss für grundlegende Bedürfnisse
Schulungen zu Handels- und Geschäftsfähigkeiten
Informationen darüber, wie sie ihre Rechte wahrnehmen kann
Eine Schwesternschaft für Heilung und Unterstützung